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Katja Sturm / FR
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Irgendwann war der Moment gekommen,
an dem sich etwas ändern musste. Irgendwann war der Drang hin zu etwas
Neuem so groß
geworden, dass Mario Franke ihm nachgeben musste. 25 Jahre lang hatte der
heute 34-Jährige bis dahin mit Turnen zu tun gehabt, erst als Aktiver,
dann als Trainer, und das
"immer an derselben Stelle", im Hallenser Leistungszentrum. Auf
die eigenen Füße stellte er sich damals, als so genannter Personal
Trainer versuchte er sich zu etablieren, doch das Herz, das Herz schlug
noch immer für die akrobatische Kunst an den Geräten. |
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Die Kunstturner im
Hessenlande, zumindest
diejenigen, die Tag für Tag ihren Schweiß in der Deutschen Turnschule in
der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise vergießen,
dürften ob dieser Treue zu ihrem Sport zumindest erleichtert, wenn nicht
gar glücklich sein.
Denn ihr und der Tatsache, dass es mit der Selbstständigkeit nicht so recht klappen
wollte, verdanken sie es, dass der ehemalige Nationalturner und
Olympiateilnehmer Mario Franke seit Anfang September
als Landestrainer für den Hessischen Turnverband (HTV) tätig ist. Und
damit indirekt die Nachfolge des am 1. Januar 2003 in die passive Phase der Altersteilzeit
übergehenden Bundestrainers Wolfgang Dreyer antritt.
Denn dessen vom
Deutschen Turner-Bund (DTB) finanzierte Stelle wird aus Mangel
an in Frankfurt ansässigen Bundeskaderathleten nicht mehr besetzt.
"Ich ziehe mich mehr und mehr zurück", bestätigt Wolfgang
Dreyer. |

Mario
Franke
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Er war es auch, der den ersten Kontakt zu
Mario Franke hergestellt hatte. Als dieser während der Sommerferien eines
der DTB-Turncamps in Frankfurt leitete
- so ganz hatte der zweifache deutsche Meister von 1993 eben nie die
Finger von seiner Sportart lassen können - hatte Dreyer ihm von der
Suche des HTV nach einem
geeigneten Bewerber für die im Zuge der Olympiabewerbung Frankfurts und
der Rhein-Main-Region zu besetzende Stelle erzählt.
Damals hatte Franke jedoch noch keinen
Gedanken an einen Wegzug aus Sachsen-Anhalt, wo seine Frau mit seinen zwei
Kindern weiterhin lebt, verschwendet.
Kurz darauf verschlechterten sich jedoch seine beruflichen Perspektiven,
und er fragte an, ob die erst einmal bis Ende 2003 befristete Trainerstelle noch frei sei.
| Der Wohnortwechsel fiel ihm,
das Einverständnis seiner Frau vorausgesetzt, nicht schwer. Denn
"Frankfurt war mal meine zweite Heimat", sagt Franke. Damals, als die deutschen
Nationalturner noch ihre Lehrgänge hier und nicht in Kienbaum abhielten,
sich 1991 auf die mit Bronze abgeschlossenen Weltmeisterschaften
in Indianapolis und die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona
vorbereiteten.
Mario Franke
>>
Plant im Dress des TV
Schiltach auch den aktiven Regionalliga-Herbst |

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Wie es, von einem negativen Ausgang der
Olympiabewerbung Frankfurts ausgehend, nach 2003 weitergehen wird, daran denkt
Franke noch nicht. Erst einmal will
er sich "mit ganzer Kraft" in seine neue Arbeit stürzen. Und
deren Schwerpunkt lautet Talentsuche und -förderung. Neben
den bereits am Stützpunkt trainierenden Bundesliga- und Jugendturnern
sollen deshalb ab dem morgigen Donnerstag zweimal in der Woche fünf- bis
siebenjährige Jungen eine
umfassende körperliche Grundausbildung erhalten. "Wir suchen Kinder,
die mal Turner werden möchten", erklärt Wolfgang Dreyer,
der ein ähnliches Projekt vor Jahren mal mit etwa 30 Nachwuchstalenten
startete, von denen einige noch heute erfolgreich aktiv sind. Dabei sei
es nicht von Belang, ob die
Jungen bereits turnerische Erfahrung mitbringen oder nicht, nur motiviert
müssten sie sein. "Wir filtern uns dann diejenigen
raus", die geeignet sind, so Mario Franke. Dabei spielen neben den
körperlichen Voraussetzungen auch die Charaktereigenschaften und die
Größe der Eltern eine Rolle.
Doch auch wenn es nichts werden sollte mit einer Teilnahme an deutschen
oder Weltmeisterschaften, "wer einmal eine Turnausbildung
durchgemacht hat, profitiert sein ganzes Leben davon", behauptet
Wolfgang Dreyer.
Katka Sturm / Frankfurter Rundschau, 18.09.02
(Hervorhebungen und Fotos: gymmedia)
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... im November 2003 trat Mario Franke mit einigen weiteren
Ex-Auswahlturnern beim Bundesfinale Gerätturnen wieder für seine
ehmalige Heimatstadt Sangerhausen an:
>> ... lesen Sie dazu auch: "Die
"Infizierten" oder: Back to the Roots" (07-11-2003) |
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