update: 18-NOV-2003

Wien / Österreich

Reaktion einer TV-Journalistin in Österreich
nach dem Besuch des hochkarätigsten internationalen Kunstturnereignisses in unserem Nachbarland

.. nach dem II. SPIETH-Pokal am letzten Wochende in Linz

(- mit freundlicher Genehmigung des ÖFT -)

... bei anderen gelesen:
TV-Journalistin vom ORF, Dr. Gabriela Jahn:
Einfach zum Nachdenken......
Immer wieder werde ich als Medienvertreterin gefragt, warum denn das Turnen in den Medien - speziell im TV- so wenig präsent ist. Seit dem vergangenen Wochenende weiß ich die Antwort: weil das Turnen nicht einmal jene interessiert, die sich so oft als Experten dieser Sportart ausgeben. Wie sonst ist es zu verstehen, dass in Linz der Spieth-Cup, das hochrangigste Turnereignis des Jahre mit Top-Leuten aus dem Ausland und ausgezeichneten Leistungen, praktisch unter Ausschluss (auch der Turn-) Öffentlichkeit stattfindet?
.Für mich als "neutrale" Beobachterin ist das ungefähr so, als würden im so oft geschmähten Fußball (der ja sooooooo viel Sendezeit hat) vom Präsidenten abwärts sämtliche Funktionäre, Experten usw. bei einem FB-Länderspiel nicht vorhanden sein. Dort allerdings biegen sich die Tribünen.
.
Oft wird behauptet, unsere Sportler hätten keine internationale Wettkampferfahrung. Kein Wunder, wenn sie nicht einmal bei einem int. Wettkampf im eigenen Land am Start sind, bzw. nicht einmal zuschauen kommen. Bitte nicht die Antwort: das ist ja alles so weit weg, wer soll das bezahlen etc... Meines Wissens nach gibt es im Fußball, im Skisport etc... unzählige Fanclubs, die ihren Sportlern nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland JEDES Wochenende nachfahren. 
Auf EIGENE Kosten!! Aber anscheinend ist eben der Turnsport selbst jenen, die vorgeben, ihn zu lieben, diese Investition nicht wert. Da ist es viel einfacher, die Medien dafür verantwortlich zu machen, warum man nicht im Lehnstuhl vor dem Fernsehapparat Wettkämpfe verfolgen kann.
.
Mir ist natürlich klar, dass dem einen oder anderen an einem Wochenende etwas dazwischen kommen kann. 
Aber mir ist nicht klar
, warum ganze Bundesländer mit keinem einzigen Vertreter bei diesem Wettkampf vorhanden waren. Von Sportlern und Trainern, die diese Chance doch nützen müssten, um manches abzuschauen, ganz zu schweigen. Löbliche Ausnahmen (die ich gesehen habe): Wiens Präsident und eine Abordnung aus Niederösterreich. Sollte sich noch jemand angesprochen fühlen, der nicht erwähnt ist, bitte ich das zu tun.
.
Ich möchte betonen, dass ich in keiner Weise in irgendeiner Form in die Abwicklung dieses Wettkampfes eingebunden war. Ich wurde nur - wie immer in den letzten Jahren gebeten, etwas für diese Veranstaltung medial zu tun. Was ich auch - in meinem bescheidenen Rahmen - gerne tue. Doch langsam stellt sich mir schon die Frage, ob das nicht verlorene Liebesmüh ist.....
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Sorry, ich musste das einmal loswerden!
Liebe Grüße
Gabi Jahn / ORF, Wien


E. Herholz 

EDITORIAL:
... oh, Österreich ist uns ja so nah!

Auch und gerade hierzulande - weil im Mutterland dieser Sportart - fehlt schmerzlich das konsequente Bündnis der Vereine mit ihren leistungssportlichen Eliten.
Man stelle sich vor, die 20.000 Turnvereine Deutschlands fänden es aufregend, zu den Wettkämpfen IHRER Besten zu gehen- vorausgesetzt wir hätten wieder welche nach internationalem Maß!! 
Kein TV-Redakteur hätte eine Chance, uns in seinen Wochenend-Planungen wegzulassen!! 
.... aber die meisten der deutschen TURN-Vereine sind ja nur noch "sogenannte"!
Da interessieren sich kurz vor einer WM in diesem Sommer keine 100 Zuschauer in Dresden für attraktive Länderkämpfe renommierter Gegner (Frankreich, Schweiz, Spanien, Bulgarien); da versagt zuletzt ein Landesverband kläglich und ohne Konzept bei der Erhaltung eines Leistungsstützpunktes (Oppau/Ludwigshafen)
Und weil darin das eigentliche Problem der TV-Unterbelichtung" liegt, kann ich meiner österreichischen Kollegin 
Dr. Gabriele Jahn nur Recht geben. Dies sage ich auch nach meiner eigenen über 20-jährigen Praxis als TV-Kommentator und mit einer Mikrofon-Erfahrung von über 500 Stunden: Nicht den Medien gehört die "Schwarze-Peter-Karte", sondern in erster Linie muss das Turnvolk aktiviert und für seine Eliten neu begeistert werden.
Eckhard Herholz
Geschäftsführer GYMmedia und langjähriger TV-Turn-Kommentator DFF/ZDF/DSF
>> ... lesen Sie auch im GYMforum den Beitrag:
                              "Zuschauerinteresse muss verdient werden!"  von Paul Rupp, Saarbrücken

(gymmedia)

TURNEN & MEDIEN


... Bildstörung??!

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