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Simple Botschaft
Die Botschaft des
Laureus World Sports Awards ist simpel: Man muss nur ganz fest
daran glauben, dann wird die Welt gut. Eine These, die etwas abgewandelt
auch Nelson Mandela vorgetragen hat, vor einem Jahr in Monte Carlo als
Ehrengast der ersten Laureus-Gala: "Der Sport hat die Kraft, die Welt
zu verändern", sagte Mandela, die versammelten Stars und Sternchen
haben artig applaudiert. Diesen Satz hat man in Berlin nun wieder per
Video eingespielt, diesmal waren es die geladenen Claqueure, eine ganze
Horde junger Banker, die sich die Hände wund klatschten. Auch einige
Journalisten haben eifrig Beifall gezollt, wen wundert es, wenn man weiß,
dass mindestens 18 Berichterstatter auf Kosten eines Sponsors eingeflogen
wurden, wie Claudia Merzbach, Manager für Sportkommunikation bei Daimler
Chrysler, bestätigte. So saßen also einige europaweit bekannte Nassauer
in der Luxusabsteige und sorgen nun dafür, dass die Botschaft auch
entlegenste Orte des Planeten erreicht.
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Mitglieder der
"World Sports Academy"
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Die
üblichen Verdächtigen trafen sich im Adlon. Johannes
Baptist Kerner als Moderator; Edwin Moses und Boris Becker;
natürlich auch Thomas Bach, der Deutsche auf dem Schoß von
IOC-Präsident Samaranch, der immer zugegen ist, wenn
Mercedes-Benz Gutes tut für die Athleten der Welt. Einige jener
ehemaligen Sportler (Dawn Fraser, Mark Spitz), die in Berlin über
die diesjährigen Laureus-Nominierungen berieten, haben vor kurzem
in London eine andere "Wahl" zu den Weltsportlern des
Jahres unterstützt. Angeblich soll es in London 50 000 Dollar
Auflauf-Prämie gegeben haben, ein Gebaren, dass ein Altruist wie
Boris Becker nicht unterstützt. "Man sollte nur einem Herrn
dienen. Das passt nicht zu unserer Philosophie", wird Becker
in der "Netzeitung" zitiert. Für ihn sei es dagegen
"eine Ehre", sich in einem Projekt wie Laureus zu
engagieren, gibt Becker kund. Da ist es sicher nur Zufall, dass
einige seiner langjährigen Geschäftspartner zu den
Laureus-Geldgebern zählten bzw. zählen. |
Die Deutsche Bank etwa und
Mercedes-Benz. Schließlich betreibt der Tennis-Barde auch einige
Autohäuser unter dem Stern.
Daimler-Freund Thomas Bach, inzwischen
aufgestiegen zum Vizepräsidenten des IOC, brachte die für Insider kaum
überraschende Botschaft mit, dass sich Laureus und der Olympiakonzern IOC
ernsthaft über eine Zusammenarbeit unterhalten. Möglicherweise prangen
in einem Jahr schon die begehrten olympischen Ringe bei der
Preisverleihung in Monte Carlo. Genau genommen braucht es dazu nur ein
Selbstgespräch, da doch der Doktor Bach seit Jahren die Beziehungen des
IOC zum Ausrüster DaimlerChrysler betreut, und er als Zeichen der
"olympischen Solidarität" regelmäßig Kleinbusse in Ländern
der dritten Welt übergibt.
Walther Tröger, auch IOC-Mitglied und
NOK-Präsident, hat von einem Kontrakt zwischen IOC und Laureus noch
nichts gehört. "Wenn Bach und DaimlerChrysler auftauchen, will ich
mich sowieso nicht dazu äußern", sagt Tröger: "Es gibt eine
Vielzahl von hochkommerzialisierten Preisen, ich stehe denen grundsätzlich
skeptisch gegenüber." Tröger tut gut daran, im Sinne des Bildungsbürgertums:
Denn wenn sich, wie bei Laureus, Simplizität mit so viel Geld paart, dann
muss der Kampf gegen die Dummheit einfach verloren gehen. (Jens Weinreich
/ Berliner Zeitung vom 14.03.2001)
(Hervorhebungen, Bildunterschriften und Fotos: (C) GYMmedia Berlin)
(Siehe auch: Die Nominierten... )
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