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Zum
ersten Mal finden die Deutschen Meisterschaften der Meisterklasse bereits
im Frühjahr statt, damit zukünftig eine bessere Vorbereitung auf
internationale Meisterschaften erfolgen kann. 43 Starter hatten gemeldet,
davon sieben Damen am Podest, zwei Herren am Podest, 12 Damenpaare, sieben
Mixedpaare, zwei Herrenpaare 13 Damengruppen und eine Herrengruppe. Der
Wettkampf wird auch insofern interessant, weil zum ersten Mal in
Deutschland nationale Titelkämpfe nach den neuen Regeln (Code of
Points) der FIG ausgetragen werden. Intensive
Kampfrichterweiterbildungen waren dem vorausgegangen.
1. Tag (Freitag)
Favorit bei den Damengruppen zunächst
nur Dritter
Der erste Tag beginnt wie üblich mit einer Balanc- oder Tempoübung
im Wechsel zu den beiden Kampfgerichten. So begannen die Paare mit der
Balanceübung und die Gruppen mit der Tempoübung. Einen Paukenschlag gab
es bei den Damengruppen, als sich die für die EM Nominierten aus Württemberg
Angela Di Liberto/Kathrin Maier/Eleonore Fleck bei der Siegerehrung nur
auf Platz 3 wiederfanden. Bundestrainer Vitcho Koiev hatte ihnen volles
Risiko in Bezug auf die EM-Vorbereitung vorgegeben. Mit superhohen
Schwierigkeiten z. B. geworfener Tsukahara aus dem Coupé, war ihnen zwar
keiner gewachsen, aber Unsicherheiten drückten die technische Note
derart, daß sie anderen den Vortritt lassen mussten.
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Eine Überraschung war für alle die Damengruppe aus Schwerin
Sophie Schwassma/Tina Liebau/Tina Redelsdorff, die mit einer sauberen Übung
Deutscher Vizemeister mit dieser Kür wurden. Sie kamen aus dem
Landesleistungszentrum Schwerin, was hier in Zusammenarbeit mit dem
dortigen Sportgymnasium erste Früchte brachte. Bestätigt wurde dieses
auch bei den Damenpaaren, wo ebenfalls für das Paar Svea Schützler/Julia
Lautenbach der Deutsche Vizemeistertitel heraussprang.
Deutsche Meister mit
der Tempoübung wurde die Damengruppe vom TV Uhingen Anita Arz/Tanja
Fuchs/Kathrin Großmann, die sich gegenüber dem Acro-Cup in Albershausen
nochmals steigern konnten.
Keine Überraschung
gab es bei den Damen- bzw. Mixedpaaren zum Titelgewinn. Erwartungsgemäß
gewann das Damenpaar Cornelia Nieny/Franziska Kruse VfL Schwerin/SV Warnemünde
besonders klar mit der Tageshöchstnote. Auch das Mixedpaar aus
Hoyerswerda ist zur Zeit in Deutschland unerreichbar und gewann souverän.
Svea
Schützler/Julia Lautenbach
Beim Doppelsalto der Oberpartnerin |

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Das Mecklenburger Damenpaar brachte mit allen drei Noten Schwierigkeit,
technische Note und Artistiknote den Höchstwert ein und brachte somit
eine sehr ausgeglichene Leistung in allen Belangen.
Das Mixedpaar aus
Hoyerswerda Antje Michel/Björn Fünfstück lag zwar in der
Schwierigkeit und technischen Note klar vorn, musste sich aber in in der
Artistiknote dem Mixpaar aus Thüringen Denise Liebaug/Marc Karsdorf
beugen, welches Deutscher Vizemeister in der Balanceübung wurde. Mit
seiner neuen Partnerin scheint sich Marc Karsdorf in Thüringen einiges zu
versprechen und dies spürten man schon deutlich. Die Herrenpaare standen
im hohen Leistungsanspruch erst auf einer Entwicklungsstufe, was aber bei
dem Gezeigten durchaus als weit ausbaufähig befunden wurde. Hier lag das
Herrenpaar von VFL Goldstein Frankfurt/M Dirk Schneider/Sebastian
Puttkammer ganz knapp vor dem Herrenpaar von der Turngemeinde in Berlin
1848 Victor Paetzold/Philipp Kepper.
Ein Highlight bot der
Podestler Denise Ho vom SVH Kassel, der vor fast heimischen Publikum
unter brausendem Beifall mit 102 Value die höchste Schwierigkeit einer Übung
anbot. Abgesehen von seinen tollen Podestkombination mit seiner exelenten
Beweglichkeit sprang er in seiner individuellen Sprungreihe Salto vorwärts
gebückt Ronadat Flick-Flack Doppelpirouettesalto gestreckt. Für
Sportakrobaten schon überdurchschnittlich. Zweiter wurde hier Dimitrij
Malzew vom VfA Motor Leipzig. Bei den Damenpodestlerinnen lag Antje Grund TuG Leipzig vor Jenny Kemnitz VfA
Leipzig Anne Haiduk TuG Leipzig.
2. Tag
(Samstag)
Damengruppe vom
Landesleistungszentrum Württemberg zeigte, wer Herr im Hause ist
Vormittags begann der Wettkampf wie am
Vortag, aber mit umgekehrten Vorzeichen. Es wurde zur Balance- bzw. Tempoübung
gewechselt und es ging um den zweiten Meistertitel. Es
dauerte gar nicht sehr lange und schon purzelte die erste Überraschung.
Das zweite Damenpaar aus Mecklenburg-Vorpommern wurde Deutscher Meister
mit der Tempoübung. Die beiden Damen vom Nationalteam Cornelia Nieny/Franziska
Kruse hatten einen schwerwiegenden Fehler gebaut und rutschten auf Platz
drei zurück. Die noch unbekannten Damen vom VfL Schwerin sprangen für
den Landesverband in die Presche. Sie turnten den höchsten
Schwierigkeitswert, lagen in der technischen Note und auch in der
artistischen Note vorn. Ein sehr sympathisches Paar mit Zukunft! Zweite
wurde hier das Damenpaar Tanja Beißwenger/Dana Schmelzle/Württemberg.
Bei den Damengruppen drehten nun die
Damen vom Landesleistungszentrum Württemberg (in Aalen ansässig) Angela
Di Liberto/Kathrin Maier/Eleonore Fleck den Spieß um und zeigten voll,
was in ihnen steckt. Das war schon ein Bild! Sie turnten in ihrer Balanceübung
mit 4.030 Punkten die zweithöchste Schwierigkeitsnote und brachten
eindeutig in der Artistik die Spitzennote des Wettkampfes! Damit hatten
sie das oberste Limit des gesamten Wettkampfes erreicht. Zweite
wurde die Damengruppe vom TV Uhingen vor den Damengruppe vom SAV Illtal
Uchtelfangen/Saarland. Die Damengruppe vom VfL Schwerin hatte leider noch
ein wenig zu hoch gepokert, baute ab und fiel auf den 8. Platz zurück.
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stabilste Leistung zeigte im zwölften gemeinsamen Jahr das
Mixpaar Antje Michel/Björn Fünfstück, das zwar nicht die allerhöchste
Gesamtschwierigkeit turnte, aber ihre große Sicherheit brachte ihnen
eine hohe technische Note. Erstaunlicher Weise lag auch die artistische
Note relativ hoch, obwohl es nicht gerade ihre Stärke ist. Klar
über ihre hohe Schwierigkeitsnote, höchste des Wettkampfes, holte sich
das Riesaer gemischte Paar Julia Wertheid/Martin Harnisch die
Silbermedaille. Allein 0,6 Punkte brachte ihnen dies an Vorsprung, was
das nachfolgende Paar Denise Liebaug/Marco Karsdorf trotz höherer
technischer Note und auch artistischer Note nicht einholen konnte.
Damit war der Vormittag gelaufen.
Antje
Michel / Björn Fünfstück -
die Erfolgreichsten dieser Meisterschaft
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... am
Nachmittag:
Die Mehrkampfergebnisse brachten keine Überraschung
mehr für die Favoriten
Mit Spannung wurde die kombinierte Übung am Nachmittag erwartet, denn ein
Mehrkampf ist erst mit der letzten Bewegung der Kombiübung entschieden.
Interessant ist für diese kombinierte Übung, dass hier der doppelte Wert
für die Schwierigkeitsnote ab 0,0 erbracht werden muß, da die Übung zu
den Finalübungen zählt.
Für
den Vorkampf Balance und Tempo sind 20 Value und für die Finalübung
sind 40 Value der Ausgangswert. Wer hier nicht an Schwierigkeiten genug
drauf packen kann, hat schließlich eine recht dünne Schwierigkeitsnote.
So gab es durchaus Noten, die nicht höher lagen als 0,180 Pkt. Aber auch
nicht jeder war mit dem Mehrkampf dabei gewesen, denn einige waren nur mit
der Balanceübung und wie es selten ist, ein Mixedpaar war nur mit der
Tempoübung dabei. Im Falle der Damengruppe vom SAV Illtal Uchtelfangen
und dem Herrenpaar von der Turngemeinde in Berlin hat es sich schon
gelohnt, denn beide holten sich Bronze.
Die höchste Gesamtnote erturnte sich
die Damengruppe vom Landesleistungszentrum Württemberg. Wenn man berücksichtigt,
dss die Tempoübung noch nicht so optimal lief (Platz 3), so werden die
Reserven sichtbar. Wünschen wir ihnen, dss sie diese Reserve zur EM in
knapp zwei Wochen in Faro/Portugal locker machen können.
Den zweiten Platz belegte die Gruppe vom TV Uhingen, was keine Überraschung
darstellte, denn sie zählen zu den Spitzenteams aus Württemberg.
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Nieny / Kruse
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Die Damengruppe vom VfL Schwerin hat es trotz der verkorksten Balanceübung
noch mit einer guten Leistung in der dritten Übung auf das Treppchen
geschafft. Verdient haben sie es, denn ihr Gesamtniveau ist ausgesprochen
gut. Vom Landesleistungszentrum mit Sportgymnasium in Schwerin ist noch
einiges zu erwarten.
So zeigte es auch das Damenpaar vom VfL Schwerin und wurde mit einer
souveränen Kombiübung Deutsche Mehrkampfmeister. Sie können noch drauf
packen. Diesem Paar gehört die Zukunft. Sie hatten wohl kaum mit so einem
Sieg gerechnet, denn zur Siegerehrung standen ihnen vor Freude die Tränen
in den Augen.
Die Zweitplazierten Cornelia Nieny/Franziska Kruse hatten schon im letzten
Jahr das Pech in der Tempoübung. So ein Fehler schlägt kräftig zu.
Hoffen wir, daß sie zur EM sicher ihre Übungen durchbringen. Wenn sie es
schaffen, sind sie für hohe Noten gut zu haben.
Schon schwerer viel es dem drittplazierten Paar vom FV Faurndau (neuer
Verein In Württemberg), die der niedrigen Schwierigkeitsnote in der
kombinierten Übung Tribut zollen mußten, wobei die weiteren Noten ja
recht gut ausfielen.
Die stabilste Bank im deutschen Nationalteam seit Jahren ist das Mixedpaar
vom SC Hoyerswerda. Es ist schon bewundernswert, mit welcher
Sicherheit sie ihre Übungen trotz relativ geringer Größenunterschiede
bringen. |
Die Zweitplazierten vom
SC Riesa profitierten etwas vom groben Fehler des Thüringer Paares. Beide
stehen mit einer guten Perspektive vor der Tür. Die jüngeren Riesaer
bringen eine enorme Schwierigkeit, aber in de Ausführung sind sie noch
oft zu unpräzise, so, daß die technische Note noch zu niedrig ausfällt.
Hier lagen die Thüringer schon viel besser. Mit dem sehr erfahrenen
Unterpartner Marc Karsdorf und seiner neuen Oberpartnerin wird sich noch
viel fügen. Ein doppelt gestreckter Salto in der Tempoübung ließ die
Akrobatenherzen schon höher schlagen.
Werner Hassepaß
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