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EUROPEAN  CHAMPIONSCHIPS, JUNIORS
SPORTS ACROBATICS 2000
Winterthur/ Switzerland
2000,
May, 5th  - 7th

 

REPORT 3  

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Dritter Tag / Third and last day in Winterthur:

Zusammenfassender Bericht vom dritten Wettkampftag
(- von unserem GYMmedia-Korrespondenten Werner Hassepaß vor Ort)

Der dritte Tag ist für alle Athleten die Mehrkampfentscheidung mit der kombinierten Übung.

Der erste Teil des Tages begann mit allen Paaren und Gruppen, die nicht unter die ersten sechs nach der Zusammenfassung des Vorkampfes kamen. Von den meisten Sportlern werden die Schierigkeitshöhepunkte der vorangegangenen Tage noch einmal gezeigt meist in einer neuen Choreographie, oftmals auch in einer neuen Variante. Das heißt aber nicht, daß die Entscheidung für die ersten beiden Übungen schon das Ergebnis für den Mehrkampf bedeuten. Gerade die kombinierte Übung birgt oft noch Überraschungen in sich und erst nach dieser ist der Mehrkampf entschieden.

Ein absoluter Höhepunkte dieser JEM muss gleich am Anfang genannt werden.
Es waren dies die Damengruppe aus Gomel/Belarus mit Katsiaryna Katsuba/Zinaida Sazonova/Viktoryia Arahei

Bei der Damengruppe ist dies nicht ganz unumstritten, denn sie gewannen ganz knapp vor den Russinnen, die für ihre letzte Übung eine 10,0 erhielten. Von der Zusammensetzung der Gruppe in Größe in der Figur und in der Gesamtausbildung auch im Bereich der Choreographie ist hier soviel Ausgeglichenheit und Harmonie vorhanden, der individuelle Bereich ist so perfekt ausgeprägt und zeigt mit hoher Schwierigkeit eine traumhafte Leichtigkeit - sie haben verdient gewonnen.

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Belarus

Deutschland war hier durchweg dabei. Den Umständen entsprechend brachte sie alle ihre Übungen gut über die Runde. Das Herrenpaar kam mit einer sonst guten Leistung und ansprechenden Schwierigkeiten bis auf einen leichten Sturz des Oberpartners beim gestreckten Salto mit 360° LAD zum Boden, Gesamtpunktzahl 27,09, auf Platz 8 im Mehrkampf, bei ihnen ist noch viel drin, wenn sie weiter so fleißig an sich arbeiten. Das Damenpaar aus Albershausen zeigte wohl die stabilste Leistung in der Deutschen Mannschaft und wurde mit 28,59 siebter. Die Damengruppe konnte ihre Übung auch ohne groben Fehler zu Ende bringen. Obwohl sie mit einem doppelten gestreckten Salto aufwarteten, fehlte gerade im Tempobereich noch ein Bonus, im individuellen Bereich treten sichtbare Schwächen auf, bis hin zu Haltungsschwächen. Hier muß noch hart gearbeitet werden.

Bei den Damengruppen mußte Großbritannien auch sehen, wie hoch die Trauben hängen und wurde trotz guter Übungen „nur“ Achter. Auch die Gruppe aus Portugal zeigte auffallend hohe Schwierigkeiten, aber in der Ausführung war es noch nicht so sauber.

Das Mixedpaar aus Polen war durch einen Sturz in der Tempoübung zurückgefallen, konnte aber in der kombinierten Übung noch mal deutlich zeigen, daß es eigentlich mehr nach vorn gehörte. Sie turnen mit die höchste Gesamtvaluezahl, der einarmige Handstand auf der Kerze mit einem Bein gehalten und anschließender Übergang in die Knotenstützwaage in gleicher Situation ist einfach Spitze. Sie holten etwas auf und wurden mit 28,32 Pkt. siebte.

Das russische Mixpaar war ein weiterse Highligt der JEM und in dieser Konkurrenz faktisch unschlagbar: Elena Kirianova/Youri Trubitsin aus Astrachan/Rußland. Es bekam zweimal eine 10,0 und eine Übung wurde mit 9,95 bedacht. Auch hier wurde in der Choreographie bis ins kleinste gefeilt mit den Partnern die zur Verfügung standen. Im Balanceteil waren sie stärker, aber was da auch kam, war traumhaft sicher.

Auch das Damenpaar aus Tschechien könnte eigentlich besser sein, denn den an sich guten Leistungen auch im Grundlagenbereich folgt leider noch eine Unstabilität bei den Elementen. Um abzufallen reicht dies bei einem Element.

In der „Sechsergruppe“ vorn waren eigentlich alle im Medaillenbereich. Eine Überraschung war die schon Tage vorher genannte Damengruppe aus Griechenland, die mit ihrer sauberen Übungen und schönen Choreographien und Elementen sich sehen lassen konnte, und sich souverän vor Großbritannien und Lithauen auf Platz sechs behauptete.

Ein wenig enttäuschte das Herrenpaar aus Lithauen, welches ja Titelverteidiger war. In der ersten Übung hatten sie durch einige Wackler mehr verspielt, erreichten aber noch Platz 6 mit 28,90 Pkt.

Die Damengruppe aus Belgien brachte eine Topübung mit einer spitzenmäßigen Brückenpyramide und einen 7/4 Salto gestreckt mit 180° LAD.

Die Damengruppe aus Polen bot in der kombinierten Übung noch mal alles auf, einen super doppelten gestreckten Salto rückw., perfekten 9/4 Salto rückw. mit Link. Pyramide mit doppelter Brücke kommt astrein mit mehreren Verwandlungen des Oberpartners, leider nur Platz vier mit 29,29 Punkten.

Die Damengruppe aus Rußland stieg gleich mit einem astreinen dreifachen Salto gehockt ein, auf der einarmig gehaltenen Bank gehalten vom Mittelpartner einarmig Knotenaufgrätschen, Knotenhandstand, Knotenstützwaage. Die Choreographie war zwar sauber, kam mir insgesamt etwas zapplig vor. Trotzdem gab es eine 10,0, die aber „nur“ für Platz zwei reichte.

Höhepunkte gab es bei den Herrenpaaren gleich zwei ganz besonders. fast unschlagbar das russische Herrenpaar mit hohen Schwierigkeiten und einer kaum glaubhaften Leichtigkeit.

Knapp dahinter die Brüder aus der Ukraine mit gleicher Körpergröße. Es war einfach phantastisch anzusehen mit welcher ausgefeilten akrobatischen Technik diese beiden das Problem lösten, originell hier: Rondat Salto rückwärts gehockt sicher auf der Schulter gefangen. Sie erhielten als zweite 29,60 Pkt.

Die höchste Valuezahl des gesamten Wettkampf lieferte das bulgarische Herrenpaar mit 139 Value in der Balanceübung, Im Mehrkampf wurden sie mit 29,52 dritte.

Eine unvorgesehene Überraschung gab es für das russische Damenpaar, welches durch eine Unsicherheit in der Kombiübung sich plötzlich auf Rang vier wiedersah und damit dem belgischen Damenpaar die Bronzemedaille gönnen mußte. Die freuten sich himmlisch.

Junioreneuropameister wurden nun die Ukrainerinnen mit 29,52 Pkt. vor den Mädchen aus Belarus mit 29,46 Pkt.

Bei den Mixedpaaren viel noch positiv das portugiesische Paar auf, von einem jungen chinesischen Trainer betreut. Großbritannien holte sich hier zu recht souverän die Bronzemedaille mit 29,27 Pkt. Mit der schon zur Dame gewordenen Oberpartnerin gewinnt die Ausstrahlung enorm. An den Schwierigkeiten gibt es kaum etwas auszusetzen.

Dem ukrainischen Paar mußte es aber den Vortritt lassen. Der überaus kräftige Unterpartner machte seine Oberpartnerin regelrecht zum Flugobjekt und das sehr sicher, auch die Balanceelemente kommen wie gestochen. Nur das russische Paar war auch im Gesamteindruck etwas besser. Sie erhielten 29,60 Pkt.

Hart ging es bei den Herrengruppen zu, bei denen im vorderen Bereich hohe Leistungen vollbracht wurden, die schon weit in den Seniorenbereich hinein gehören. Zum letzten, Griechenland, war schon ein gewaltiger Unterschied (mehr als 5 Pkt,) zu sehen. Rußland entschied das ganze sehr knapp für sich mit 5 Hundertstel Vorsprung mit 29,54 vor der Ukraine und Belarus mit 29,32 Pkt.

(Werner Hassepaß)


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