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Seine turnerische Laufbahn begann bereits in seiner Heimatschule, auf
deren Hof ein Reck aufgestellt war.
"Mein erster großer Erfolg war die Beherrschung der Kippe an diesem
Gerät", sagte er in Erinnerung an diese Zeit.
Später besuchte er eine Lehranstalt für Sport in Swerdlowsk, von wo er
dann zum Studium an das Institut für Körperkultur und Sport nach Kiew
wechselte.
Eine unvergleichliche
Erfolgsbilanz
In die Nationalmannschaft der UdSSR wurde Boris Schachlin erstmals 1953
berufen. Sein weitere Aufschwung verlief sehr rasch und es folgten
unzählige internationale Wettbewerbe. Insgesamt war er 13 Jahre lang
Mitglied der weltberühmten sowjetischen Auswahlriege und erkämpfte sich
19 internationale Goldmedaillen (7 bei Olympischen Spielen, 6 bei Welt-
und 6 bei Europameisterschaften)!
Zudem holte er sechsmal bei den Landesmeistertitel die Mehrkampfkrone und
war fünfmal Sieger beim UdSSR-Cup und 13facher sowjetischer
Gerätemeister. International errang er insgesamt 37 internationale
Medaillen.
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In der ewigen olympischen Turnrangliste steht er hinter
Nikolai Andianow auf Rang zwei (6x Gold/ 3x Silber/2x Bronze) in der WM-Bilanz
(1954 - 1966) ist er unter den
Top Ten (6/6/2). Bei all diesen Wettkämpfen kam es zu vielen interessanten Begegnungen und
auch Rivalitäten.
So z.B. auch bei den 1. Europameisterschaften im Jahre 1955 in
Frankfurt/Main, als er Europameister im Mehrkampf wurde, mit dem
Deutschen Helmut Bantz gemeinsam den 2. Platz an den Ringen belegte und mit ihm
und Albert Asarjan Europameister am Barren wurde.
Unvergessen bleiben auch die harten
Gefechte,
die er sich zur WM 1962 in Prag mit dem Pauschenpferdkünstler Miroslav Cerar
(YUG) an dessen Spezialgerät und am
Barren lieferte...
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Boris
Schachlin...
auf Briefmarken als mehr oder weniger gelungenes
Bildmotiv, in jedem Falle aber Ausdruck der tiefen und weltweiten
Verehrung dieses außergewöhnlichen Turnkünstlers. |
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der "Eiserne"
In vielen Turnhallen und unzähligen
Turnstunden dieser Welt galten seine Charaktereigenschaften, sein
Kampfgeist und seine Konzentrationsfähigkeit "auf den
Punkt" als Maßstab in der Ausbildung von Turnergenerationen
- Eigenschaften, die gerade heute wieder von höchster Bedeutung
bei der Erziehung junger Athleten sind....! |
Nach Beendigung seiner sportlichen Laufbahn
und seines Studiums war er als Dozent am Kiewer Institut für
Körperkultur und Sport tätig, wo er auch heute noch Vorlesungen hält..
Auch übernahm er eine Reihe von ehrenamtlichen Funktionen bis hin zum
Präsidenten der Turnföderation der Ukraine.
Seit
über drei Jahrzehnten ist er als "brevetierter"
Kampfrichter der FIG noch heute bei fast allen großen
internationalen Wettkämpfen im Einsatz. Eine große
Unterstützung erfuhr Boris durch seine Frau Larissa, selbst
ehemalige Turnerin, die als Professorin und Doktor der Medizin am
Kiewer Sportinstitut tätig ist. Beide haben eine Tochter und eine
Enkelin.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Verfasser dieser Zeilen
bereits vor 50 Jahren mit Boris Schachlin Bekanntschaft schließen
konnte. Während meines Studiums in Moskau besuchte Boris damals
einen Jugendfreund aus seiner Heimat, mit dem ich im Studentenheim
auf einem Zimmer wohnte. Wir machten uns bekannt ohne zu wissen,
dass sich aus dieser Bekanntschaft einmal eine lebenslange
Freundschaft entwickeln würde.
In der Folgezeit trafen wir uns
häufig bei Wettkämpfen und anderen Anlässen. Die gemeinsame
Mitgliedschaft im Technischen Komitee Männer der FIG
intensivierte dies noch mehr. Boris war von 1969 bis 1992
TKM-Mitglied und auch einige Jahre Vize-Präsident dieses
Gremiums. In diesen 23 Jahren waren wir bei allen großen
internationalen Wettkämpfen als Kampfrichter bzw. Mitglieder der
Jury im Einsatz. Hinzu kommen unzählige Sitzungen des TK und alle
FIG-Kongresse in dieser Zeit.
Schachlin
als Kampfrichter >>
- über ihm fliegt Ditjatin
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Schachlin mit
Olympiasiegerin Larissa Klimenko-Petrik bei einem
Deutschlandbesuch 2001
in Ingelheim
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Für
mich war es immer sehr angenehm und beeindruckend, mit welch
einer Hochachtung Boris Schachlin stes und überall in der Welt
empfangen und verehrt wurde!
Dieser Mann mit den eisernen Nerven - Schachlin, der
"Eiserne" - besitzt noch immer einen hohen
Bekanntheitsgrad und wird weltweit nicht nur als ein Idol der
Turnkunst, sondern auch als hervorragender, liebenswerter und
freundlicher Mensch geschätzt.
Die entstandene Freundschaft zwischen uns möchte ich persönlich
nicht missen!
Die Turnwelt und alle, die ihn kennen verneigt sich vor diesem
Mann und gratuliert herzlich zum 70. Geburtstag.
Autor:
Karl-Heinz Zschocke
Ehren-Vize-Präsident des Internationalen Turnerbundes F.I.G
langjähriger Präsident des Technischen Komitees Männer
Berlin, im Januar 2002
Website:
Eckhard
Herholz
(C) gymmedia
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