1. KUNSTTURN
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BUNDESLIGA 

SC BERLIN  -  EnBW KTV STUTTGART
- 1.Wettkampftag der Meisterrunde -
(30-10-99)
-Lilli Henoch Werferhalle, Sportforum Berlin -

(2. Begegnung: KTV Chemnitz - TK Hannover)

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"Das Beste, was die Bundesliga derzeit zu bieten hat..."
(Einhelliges Urteil zum Auftakt der Meisterrunde in Berlin)

 

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Debütant Beresch: "Vergaß" Gleichgewichtselement...!

Zunächst machten beide Teams erst einmal  in Pessimismus und man hörte vor allem viel über die einzelnen Wehwehchen in den Mannschaften. Dabei hatte es aber die Schwaben tatsächlich hart erwischt: Erst nach 13 stündiger Busfahrt kamen sie morgens gegen 3 Uhr in der Hauptstadt an, waren also absolut nicht die Frischesten.
pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)  BODEN

Und dann "vergaß" doch ihr Stargast aus Kiew - der WM-Achte Alexander Beresch, Schützling von Igor Korobtschinski - bei seinem Bundesliga-Meisterrunden-Debüt glatt, am Boden das Gleichgewichtselement zu turnen - ein Manko von 4 Zehnteln war das schon hier und statt 9,9 nur 9,5 Ausgangswert und für Beresch magere 9,15 Punkte und trotzdem Spitzenwert am Boden
Und wenn ausgerechnet Andreas Wecker auf  Berliner Seite den Bestwert mit 9,0 erzielt, sagt das auch viel über das "Bodenproblem" des deutschen Turnens aus. Schmerzhaft fehlte den Hauptstädtern da Peter Nikiferow, der in Familie am Rande saß und bei seinem Entschluß der "Bundesliga-Enthaltsamkei" geblieben war. Trotzdem gewann der SCB dieses erste Gerät mit 35,25 zu 35,10.

pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)   PAUSCHENPFERD


Was dann am Pauschenpferd ablief war Superklasse, da schnalzten alle mit der Zunge: Daniel Farago lieferte mit Zehner-Ausgang eine 9,55 ab, Nonin turnte bei 9,90 eine 9,50 und Andreas Wecker, der WM-Fünfte an diesem Gerät steigerte sogar auf 9,65! Und trotzdem liefen die Stuttgarter den Gastgebern hier den Rang ab: Der Nachwuchsmann Sergej Erjutin turnte nach langer Verletzungszeit erst wieder seine zweite Pauschenpferdübung überhaupt durch und vollzog für die Stuttgarter einen vielbejubelten Start ((9,20) und  Stephan Zapf steigerte auf 9,3o.


Trotz Sehnenreizung brillierte Ex-Weltmeister Waleri Belenki in gewohntem Stil (9,55) und Gaststarter Alexander Beresch gipfelte seine Zehnerübung mit dem Höchstwert von 9,70 an diesem Gerät: Sagenhafte 37,75 Punkte erreichten da die mit neuer Energie geladenen Schwaben (-mit neuem Sponsor: Energie Baden Würtemberg "EnBW"), zu 37,35 der Berliner und gingen nach diesem zweiten Gerät mit 0,15 Punkten in Führung.

(Mit dem Kapitän der EnBW KTV-Riege Waleri Belenki führte GYMmedia-Mitarbeiter nach Abschluss des Wettkampfes ein INTERVIEW)

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Alexander Beresch


ppf_wecker.jpg (25051 Byte)Andreas Wecker

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Waleri Belenki

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Daniel Farago

pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)  RINGE:

An den Ringen drehten die Gastgeber den Spieß wieder um und erturnten mit 37,80 das höchste Geräteergebnis des ganzen Wettkampfes:
Sehr schön fixierte da Daniel Farago seinen "O'Neill" (Guczoghy-gebückt) im ersten Kopfkreuz, Gleiches gelang ihm sofort danach noch einmal mit Guczoghy-gehockt - wieder zum fixierten Kopfkreuz (9,9AW/9,55). Auch Dmitri Nonin war viel stärker drauf, als sein Zustand nach "WM-Erkältung" und sein nur leichtes Training nach dem Jahreshighlight hoffen liessen: Die Ringe schauckelten zwar ein wenig, die Kampfrichter erkannten ihm von seiner beabsichtigten Zehnerübung zwar ein Zehntel ab, aber stolze 9,65 - eine kampfstarke Leistung! Und Andreas Wecker war nach einem Superabgang mit perfektem Stand selber verblüfft. "Menschenskinder, ich bin selber überrascht wie gut das hier läuft: Die Krafthalten im ersten Teil schienen mir souveräner als letztens zur WM... wir zehren wohl alle noch ein wenig vom WM-Niveau und unserer guten Vorbereitung, auch 'Dima' stand förmlich über den Dingen..", lobte Andreas die Übung seines Teamkameraden. Er selbst erhielt die Ringehöchstwertung von 9,75, Berlin machte einen halben Punkt gegenüber den Gästen gut, die hier nur mit Waleri Belenki (9,70) dagegen halten konnten.

Erneuter Führungswechsel, Berlin zur Haklbzeit wieder mit einem viertel Punkt vor Stuttgart! Ein überaus spannender Wettbewerb auf sehr hohem Niveau!

pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)  Am Sprunggerät

begann der Lehrling in der Hotelbranche (Hotel Kolumbus, d a s  Sporthotel Berlins) Christian Hempel mit Tsukahara gestreckt-ganze Drehung (9,4AW/9,0).

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Christian Hempel - durch seinen Ausbildungsplatz in "trockenen Tüchern" und mit viel Verständnis für sein Leistungssport-Engagement durch das sportfreundliche Hotel KOLUMBUS, Berlin


Bei Daniel Müller zog Teamchef  Siegfried Wüstemann dann den Joker - Erschrecken und Fluchen bei Stefan Herbrich im Hintergrund, weil klar war, daß   e r  nun den letzten Sprung absolvieren musste und unbedingt gewertet wurde. Sein Überschlag-Salto vorwärts gestreckt landete aber auf dem Hosenboden - 8,45 -. Höchste berliner Wertung waren die  9,05 Punkte Dmitri Nonins (9,4 AW)  und Andreas Wecker rettete sich mit akrobatischer Landungseinlage gerade noch vor einem Sturz. Das Gerät ging nun glatt an die Gäste, für die Waleri Belenki eine 9,3 beisteuerte und der Kiewer Alex Beresch für den Überschlag-Doppelsalto vorwärts (tiefe Hocke) den gleichen Wert erhielt: Berlin verlor fast einen Punkt an diesem Gerät und vermisste spätestens  hier ein zweites Mal den pausierenden "Nikki" Nikiferow und den noch nicht wieder für Sprung einsetzbaren  Robert Hirsch (Achillessehnenriß im Juni).

Dritter Führungswechsel:  Stuttgart nun mit 0,7 Punkten wieder vor dem Barren in Front.

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Beresch: Stützphase vor Doppelsalto vorwärts

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Robert Hirsch:
Nach Achillesehnenriß - wieder erste Landung

pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)  Nachdem am Barren Daniel Farago

sich beim Unterschwung in den Stütz mit Übergrätschen vergriff - der kleine Finger war mal wieder im Wege - zog Trainer Siggi Wüstemann spontan den Joker. Gleiches hatte kurz zuvor Stuttgarts Teamchef Jürgen Garziella auch getan, als nämlich sein erster Turner Frank Zimmermann auf dem Hosenboden landete. Jetzt knisterte es förmlich vor Spannung, noch war der Kampf völlig offen. Mit Schmerzen dachten da sicher einige Berliner an den Mann im Publikum, Peter Nikiferow, der ja eigentlich am Barren einen Zehner-Ausgang parat hat......so aber konnte nur Andreas Wecker mit einer vollen Übung gegenhalten, was er dann auch bestens tat (9,70, Barren-Höchstwert), aber auf der Gegenseite war mit Uwe Billerbeck (9,25),  Waleri Belenki (9,6) und der Neuerwerbung Alexander Beresch (9,50) einfach mehr mannschaftliche Substanz vorhanden, so dass auch der Barren verloren gegeben werden musste, wenn auch nur mit  0,15 Punkten,...

..... doch es waren nun schon 0,85 Punkte Rückstand vor dem letzten Gerät.

pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)  Weil bekanntlich  am Reck 'ne ganze Menge passieren kann

... zuckten dann auch die etwa 190 (zahlenden) Zuschauer heftigst zusammen, als Stefan Herbrich als erster Berliner am Gerät seinen Kovacs nicht halten konnte. Alles schaute in die Ecke zu Coach Wüstemann: Der aber zog keinen Joker, wollte einfach in dieser Situation seinem  Daniel Müller keine Reckübung abverlangen, der einfach noch mit Fitnessproblemen zu kämpfen hatte - und wieder fehlte den Gästen ihr pausierender Peter Nikiferow, um entscheidend gegenhalten zu können, doch immerhin waren die anderen 3 bestens drauf:
Daniel Farago: Kovacs, gut, sicherer Stand - Riesenjubel und 9,55.

Dmitri Nonin: Kovacs gestreckt, bestens - und starker Sechskampf am Ende (55,95) und
Andreas Wecker zimmerte nach seinen 2 dynamischen Kovacs-Salti seinen Abgang wieder mit aufgepusteten Backen wie in Atlanta auf die Matte....9,80,   die Tageshöchstwertung überhaupt!

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Wecker: Superlandung

pulsar_rot_blau.gif (909 Byte)  Absolut stark hielten da die Schwaben vor allem mit Kampfeswillen dagegen: Beeindruckend war, wie Frank Zimmermann seine Übung rettete, obwohl er da mit der Schlaufe der rechten Hand von der Stange gerutscht war, obwohl Uwe Billerbeck dseinen Kovacs etwas "brustnah" turnte, doch Schwung und Power für das Übungsende nicht verlor und wie Alexander Beresch dann mit 9,70 alles für die Gäste klar machte.Nach zwei Niederlagen der letzten beiden Jahre in Berlin nun ein beeindruckender Sieg von EnBW Stuttgart gegen  einen sich hartnäckig und auf höchstem Niveau wehrenden SC Berlin!

Das Siegerteam ...
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EnBW KTV Stuttgart:
Auf Meisterkurs..?


Zweifellos war das die Weichenstellung in Richtung Meistertitel in diesem Jahr, aufmerksam per Videokamera vom
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Cottbuser Trainer Bernd Heide verfolgt, die als die wohl nun schärfsten Titelaspiranten gelten, neben dem TK Hannover, der zur gleichen Zeit den KTV Chemnitz in dessen eigener Halle mit 209,70 : 206,05 schlug).
(Wettkampfbericht)

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Jürgen Garziella (Stuttgarts Teamchef:

"Das war ein absolut hochkarätiger Wettkampf, obwohl aus unserer Sicht eigentlich alle Vorzeichen dagegensprachen, einschliesslich unserer chaotischen Anreise.Meine Truppe bekommt ein dickes Lob für diese beeindruckende Teamleistung gegen einen genauso inhaltlich und kämpferisch starken Gegner, Kompliment!"

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Siegfried Wüstemann, SC Berlin:


"Das hätte ich vorher nicht gedacht, dass das so ein Klasse-Wettkampf wird. Obwohl uns Peter Nikiferow an allen Ecken und Kanten fehlte, bin ich ansonsten sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, und Stuttgart habe ich selten so stark gesehen, das war ihr bester Wettkampf hier in Berlin, nachdem sie die letzten beiden Male hier verloren hatten."

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-ehe-  30-10-99