
Debütant Beresch: "Vergaß"
Gleichgewichtselement...!
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Zunächst machten beide Teams erst einmal
in Pessimismus und man hörte vor allem viel über die einzelnen Wehwehchen in den
Mannschaften. Dabei hatte es aber die Schwaben tatsächlich hart erwischt: Erst nach 13
stündiger Busfahrt kamen sie morgens gegen 3 Uhr in der Hauptstadt an, waren also absolut
nicht die Frischesten.
BODENUnd
dann "vergaß" doch ihr Stargast aus Kiew - der WM-Achte Alexander
Beresch, Schützling von Igor Korobtschinski - bei seinem
Bundesliga-Meisterrunden-Debüt glatt, am Boden das Gleichgewichtselement
zu turnen - ein Manko von 4 Zehnteln war das schon hier und statt 9,9 nur 9,5 Ausgangswert
und für Beresch magere 9,15 Punkte und trotzdem Spitzenwert am Boden
Und wenn ausgerechnet Andreas Wecker auf Berliner Seite den
Bestwert mit 9,0 erzielt, sagt das auch viel über das "Bodenproblem" des
deutschen Turnens aus. Schmerzhaft fehlte den Hauptstädtern da Peter Nikiferow,
der in Familie am Rande saß und bei seinem Entschluß der
"Bundesliga-Enthaltsamkei" geblieben war. Trotzdem gewann der SCB dieses erste
Gerät mit 35,25 zu 35,10. |
PAUSCHENPFERD
Was dann am Pauschenpferd ablief war Superklasse, da schnalzten alle mit der Zunge: Daniel
Farago lieferte mit Zehner-Ausgang eine 9,55 ab, Nonin turnte bei 9,90 eine 9,50
und Andreas Wecker, der WM-Fünfte an diesem Gerät steigerte sogar auf 9,65! Und trotzdem
liefen die Stuttgarter den Gastgebern hier den Rang ab: Der Nachwuchsmann Sergej
Erjutin turnte nach langer Verletzungszeit erst wieder seine zweite
Pauschenpferdübung überhaupt durch und vollzog für die Stuttgarter einen vielbejubelten
Start ((9,20) und Stephan Zapf steigerte auf 9,3o.
Trotz Sehnenreizung brillierte Ex-Weltmeister Waleri
Belenki in gewohntem Stil (9,55) und Gaststarter Alexander Beresch
gipfelte seine Zehnerübung mit dem Höchstwert von 9,70 an diesem Gerät: Sagenhafte
37,75 Punkte erreichten da die mit neuer Energie geladenen Schwaben (-mit neuem Sponsor:
Energie Baden Würtemberg "EnBW"), zu 37,35 der Berliner und gingen nach diesem
zweiten Gerät mit 0,15 Punkten in Führung.
(Mit dem Kapitän der EnBW KTV-Riege Waleri
Belenki führte GYMmedia-Mitarbeiter nach Abschluss des Wettkampfes ein INTERVIEW) |

Alexander Beresch
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Andreas Wecker
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Waleri Belenki
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Daniel Farago
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RINGE:An
den Ringen drehten die Gastgeber den Spieß wieder um und erturnten mit 37,80 das höchste
Geräteergebnis des ganzen Wettkampfes:
Sehr schön fixierte da Daniel Farago seinen "O'Neill"
(Guczoghy-gebückt) im ersten Kopfkreuz, Gleiches gelang ihm sofort danach noch einmal mit
Guczoghy-gehockt - wieder zum fixierten Kopfkreuz (9,9AW/9,55). Auch Dmitri Nonin
war viel stärker drauf, als sein Zustand nach "WM-Erkältung" und sein nur
leichtes Training nach dem Jahreshighlight hoffen liessen: Die Ringe schauckelten zwar ein
wenig, die Kampfrichter erkannten ihm von seiner beabsichtigten Zehnerübung zwar ein
Zehntel ab, aber stolze 9,65 - eine kampfstarke Leistung! Und Andreas Wecker
war nach einem Superabgang mit perfektem Stand selber verblüfft. "Menschenskinder,
ich bin selber überrascht wie gut das hier läuft: Die Krafthalten im ersten Teil
schienen mir souveräner als letztens zur WM... wir zehren wohl alle noch ein wenig vom
WM-Niveau und unserer guten Vorbereitung, auch 'Dima' stand förmlich über den
Dingen..", lobte Andreas die Übung seines Teamkameraden. Er selbst erhielt die
Ringehöchstwertung von 9,75, Berlin machte einen halben Punkt gegenüber den Gästen gut,
die hier nur mit Waleri Belenki (9,70) dagegen halten konnten.
Erneuter Führungswechsel, Berlin zur Haklbzeit wieder mit einem viertel Punkt
vor Stuttgart! Ein überaus spannender Wettbewerb auf sehr hohem Niveau!
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Am Sprunggerät begann
der Lehrling in der Hotelbranche (Hotel Kolumbus, d a s Sporthotel Berlins) Christian
Hempel mit Tsukahara gestreckt-ganze Drehung (9,4AW/9,0).

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Christian Hempel - durch seinen
Ausbildungsplatz in "trockenen Tüchern" und mit viel Verständnis für sein
Leistungssport-Engagement durch das sportfreundliche Hotel KOLUMBUS, Berlin |
Bei Daniel Müller zog Teamchef Siegfried Wüstemann
dann den Joker - Erschrecken und Fluchen bei Stefan Herbrich im
Hintergrund, weil klar war, daß e r nun den letzten Sprung absolvieren
musste und unbedingt gewertet wurde. Sein Überschlag-Salto vorwärts gestreckt landete
aber auf dem Hosenboden - 8,45 -. Höchste berliner Wertung waren die 9,05 Punkte Dmitri
Nonins (9,4 AW) und Andreas Wecker rettete sich mit
akrobatischer Landungseinlage gerade noch vor einem Sturz. Das Gerät ging nun glatt an
die Gäste, für die Waleri Belenki eine 9,3 beisteuerte und der Kiewer Alex
Beresch für den Überschlag-Doppelsalto vorwärts (tiefe Hocke) den gleichen
Wert erhielt: Berlin verlor fast einen Punkt an diesem Gerät und vermisste
spätestens hier ein zweites Mal den pausierenden "Nikki"
Nikiferow und den noch nicht wieder für Sprung einsetzbaren Robert
Hirsch (Achillessehnenriß im Juni).
Dritter Führungswechsel: Stuttgart nun mit 0,7 Punkten wieder vor dem Barren
in Front.
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Beresch: Stützphase vor Doppelsalto vorwärts
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Robert Hirsch:
Nach Achillesehnenriß - wieder erste Landung
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Nachdem am Barren Daniel
Farago sich beim Unterschwung in den Stütz mit Übergrätschen
vergriff - der kleine Finger war mal wieder im Wege - zog Trainer Siggi Wüstemann spontan
den Joker. Gleiches hatte kurz zuvor Stuttgarts Teamchef Jürgen Garziella
auch getan, als nämlich sein erster Turner Frank Zimmermann auf dem
Hosenboden landete. Jetzt knisterte es förmlich vor Spannung, noch war der Kampf völlig
offen. Mit Schmerzen dachten da sicher einige Berliner an den Mann im Publikum, Peter
Nikiferow, der ja eigentlich am Barren einen Zehner-Ausgang parat hat......so
aber konnte nur Andreas Wecker mit einer vollen Übung gegenhalten, was er dann auch
bestens tat (9,70, Barren-Höchstwert), aber auf der Gegenseite war mit Uwe
Billerbeck (9,25), Waleri Belenki (9,6) und der
Neuerwerbung Alexander Beresch (9,50) einfach mehr mannschaftliche
Substanz vorhanden, so dass auch der Barren verloren gegeben werden musste, wenn auch nur
mit 0,15 Punkten,...
..... doch es waren nun schon 0,85 Punkte Rückstand vor dem letzten Gerät. |
Weil bekanntlich am Reck 'ne ganze Menge passieren kann...
zuckten dann auch die etwa 190 (zahlenden) Zuschauer heftigst zusammen, als Stefan
Herbrich als erster Berliner am Gerät seinen Kovacs nicht halten konnte. Alles
schaute in die Ecke zu Coach Wüstemann: Der aber zog keinen Joker, wollte einfach in
dieser Situation seinem Daniel Müller keine Reckübung
abverlangen, der einfach noch mit Fitnessproblemen zu kämpfen hatte - und wieder fehlte
den Gästen ihr pausierender Peter Nikiferow, um entscheidend gegenhalten zu können, doch
immerhin waren die anderen 3 bestens drauf:
Daniel Farago: Kovacs, gut, sicherer Stand - Riesenjubel und 9,55.
Dmitri Nonin: Kovacs gestreckt, bestens - und starker Sechskampf
am Ende (55,95) und
Andreas Wecker zimmerte nach seinen 2 dynamischen Kovacs-Salti
seinen Abgang wieder mit aufgepusteten Backen wie in Atlanta auf die Matte....9,80,
die Tageshöchstwertung überhaupt! |

Wecker: Superlandung
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Absolut stark hielten da die Schwaben vor allem mit Kampfeswillen
dagegen: Beeindruckend war, wie Frank Zimmermann seine Übung rettete,
obwohl er da mit der Schlaufe der rechten Hand von der Stange gerutscht war, obwohl Uwe
Billerbeck dseinen Kovacs etwas "brustnah" turnte, doch Schwung und
Power für das Übungsende nicht verlor und wie Alexander Beresch dann
mit 9,70 alles für die Gäste klar machte.Nach zwei Niederlagen der letzten beiden Jahre
in Berlin nun ein beeindruckender Sieg von EnBW Stuttgart gegen
einen sich hartnäckig und auf höchstem Niveau wehrenden SC Berlin!
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Das Siegerteam ...

EnBW KTV Stuttgart:
Auf Meisterkurs..? |
Zweifellos war das die Weichenstellung in Richtung Meistertitel in diesem Jahr,
aufmerksam per Videokamera vom

Cottbuser Trainer Bernd Heide verfolgt, die als die
wohl nun schärfsten Titelaspiranten gelten, neben dem TK Hannover, der zur gleichen Zeit
den KTV Chemnitz in dessen eigener Halle mit 209,70 : 206,05 schlug).
(Wettkampfbericht) |

Jürgen Garziella (Stuttgarts Teamchef:
"Das war ein absolut hochkarätiger Wettkampf, obwohl aus
unserer Sicht eigentlich alle Vorzeichen dagegensprachen, einschliesslich unserer
chaotischen Anreise.Meine Truppe bekommt ein dickes Lob für diese beeindruckende
Teamleistung gegen einen genauso inhaltlich und kämpferisch starken Gegner,
Kompliment!" |

Siegfried Wüstemann, SC Berlin:
"Das hätte ich vorher nicht gedacht, dass das so ein Klasse-Wettkampf
wird. Obwohl uns Peter Nikiferow an allen Ecken und Kanten fehlte, bin ich ansonsten sehr
zufrieden mit meiner Mannschaft, und Stuttgart habe ich selten so stark gesehen, das war
ihr bester Wettkampf hier in Berlin, nachdem sie die letzten beiden Male hier verloren
hatten."
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-ehe- 30-10-99
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