update: 09-Apr-03

PRESSESPIEGEL: Cottbus/Leipzig

 

Cottbus kämpft um Zukunft des Turniers

Streit um Turnierzukunft setzt sich fort

(Artikel aus Lausitzer Rundschau)

 
Nach dem Turnier ist vor dem Turnier – diese alte Sepp-Herberger-Weisheit gilt leicht abgewandelt auch für den Turn-Weltcup in Cottbus.
In Cottbus ringt man noch um klare Standpunkte

Vorwürfe gegen Friese

Landtagsabgeordnete für «Turnier der Meister»

Die Cottbuser Landtagsabgeordneten Heidemarie Konzack (SPD) und Burkhard Schöps (CDU) fordern gemeinsam, das «Turnier der Meister» in Cottbus zu halten.

  - von Klaus Alschner  Artikel vom 05.04.2003 01:07

Die Weltcup-Veranstaltung sei «ein Markenzeichen für Cottbus» mit mehr als 20-jähriger Tradition, sagte Burkhard Schöps, sportpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Heidemarie Konzack zeigte sich verwundert, dass sich nun auch Landrat Dieter Friese der Meinung von Oberbürgermeisterin Karin Rätzel angeschlossen habe, angesichts der angespannten finanziellen Lage lieber auf das «Turnier der Meister» zu verzichten und auf Breitensport zu setzen. Konzack: «Ich frage mich, was diese plötzliche Kampagne gegen das Turnier der Meister soll?» Dem Landrat des Spree-Neiße-Landkreises wirft die Landtagsabgeordnete Zynismus vor, wenn er das «Turnier der Meister» mit der Frage veralbere, warum sich die Region noch nicht für Olympia beworben habe. Konzack: «Eigentlch sollte es das Ziel von Oberbürgermeisterin und Landrat sein, die Region hier nicht in die absolute Bedeutungslosigkeit fallen zu lassen, anstatt eine solche Kampagne gegen das «Turnier der Meister» zu starten. Es wäre vernünftiger, wenn beide ihre ganze Kraft in die Waagschale würfen, um Sponsoren zu finden, die den Fortbestand des Turniers ermöglichen.» Burkhard Schöps unterstrich, dass eine zwei Tage ausverkaufte Lausitz Arena zeige, welch großes Publikumsinteresse an dem Turnier bestehe. Den Breitensport gegen den Spitzensport auszuspielen zeuge «von handfester Unkenntnis» . Schöps zur Äußerung Frieses: «Er selbst fliegt auf Landkreiskosten nach Kanada, um für die Region zu werben, aber Sportler – zum Beispiel auch aus Kanada – sollen nicht nach Cottbus kommen dürfen, weil sie hier den Breitensport behindern. Das ist grober Unfug und geht Landrat Friese relativ wenig an.» Den Übungsleitern und Helfern sei zu danken, so Schöps, dass sie es schafften, ein so hochkarätiges Turnier nach Cottbus zu holen. Das einzig zu Kritisierende sei, dass der ORB sich die Fernsehproduktion bezahlen lasse. Schöps: «Damit ist die Frage, ob der ORB nur den Namen Brandenburgs trägt oder der Bran- denburger Heimatsender ist, allerdings beantwortet, nur nicht zu Gunsten des ORB.»

 

Sender wehrt sich gegen Vorwürfe von Schöps

 

Der Streit um den Fortbestand des «Turniers der Meister» in Cottbus geht in die nächste Runde.

 - Artikel vom 09.04.2003 01:10

Jetzt verwahrt sich der Fernsehdirektor des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB), Volker von der Heydt, gegen eine Äußerung des CDU-Landtagsabgeordneten Burkhard Schöps. Schöps hatte kritisiert, dass sich der Sender die Fernsehproduktion über das «Turnier der Meister» bezahlen lasse. Damit habe er sich als brandenburgischer Heimatsender disqualifiziert (wir berichteten).
Dazu von der Heydt: «Für die Austragung internationaler Sportereignisse müssen sich Veranstalter bewerben. Sie gehen dabei die vertragliche Verpflichtung ein, allen Sendern im In- und Ausland ein internationales Fernsehbild zur Verfügung zu stellen. Der ORB hat sich in der Vergangenheit wie auch in diesem Jahr als zuverlässiger Partner erwiesen. Um der Stadt die Kosten zu erleichtern, konnten wir bei der Findung von Sponsoren Hilfestellung leisten – mit dem Ergebnis, dass diese eingegangene Verbindlichkeit die Stadt Cottbus nur die Hälfte des marktüblichen Preises kostete.»
Darüber hinaus habe der ORB mit verschiedenen Kame rateams, Redakteuren, Reportern und Cuttern dafür gesorgt, dass neben der Berichterstattung in Regelsendungen eine Sondersendung ins Programm genommen worden sei. Daneben habe «Antenne Brandenburg» auf eigene Kosten für die Beschallung gesorgt und im Programm kostenlose Werbeflächen in erheblichem Umfang zur Verfügung gestellt. Bei einer Akzeptanz der Sondersendung von 5680 Zuschauern, so von der Heydt, «haben wir ein eher überdurchschnittliches Engagement gezeigt.» Insofern sei Schöps' Kritik unverständlich. Als Mitglied des ORB-Rundfunkrates und stellvertretender Vorsitzender des ORB-Programmausschusses hätte er sich jederzeit über den genauen Sachverhalt informieren können.
Schöps, Cottbuser CDU-Landtagsabgeordneter und sportpolitischer Sprecher der Fraktion, wies darauf hin, dass er sogar eine Vorlage in den Programmausschuss eingebracht habe um zu erwirken, dass der ORB die Honorarforderungen unterlasse. Der Vorstoß sei aber «formal abgebügelt» worden – mit der Begründung, dass der Programmausschuss das Programm nicht beeinflussen dürfe.  (pm/ka)

 

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