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Turnierdirektor
Sylvio Kroll verbringt mittlerweile schlaflose Nächte.
Grund: Im Turnieretat 2003, der sich nach neuen Berechnungen auf
147 000 Euro für die dreitägige Weltcup-Veranstaltung beläuft,
klafft nach Angaben von Kroll weiterhin eine Lücke von rund 18
500 Euro. |
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Sylvio
Kroll
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Nachverhandlungen
mit ORB-Intendant Hans-Jürgen Rosenbauer über
eine Reduzierung der Fernseh-Produktionskosten (etwa 34
000 Euro) und Gespräche mit dem Land Brandenburg über
einen höheren Zuschuss blieben bisher erfolglos.
Der Deutsche Turner-Bund (DTB) sieht sich nicht in der
Lage, mehr als die vereinbarten 61.500 Euro
beizusteuern.
«Der Zuschuss des DTB übersteigt ebenfalls schon die
Schmerzgrenze» , sagte gestern Dieter
Kirkamm, Referent Leistungssport beim Deutschen
Turner-Bund (DTB). |
Die Stadt Cottbus – seit 1997 Ausrichter – ist angesichts der
angespannten Haushaltslage außer Stande, das Turnier wie in der
Vergangenheit zu unterstützen. Der Zuschuss aus den Sportfördermitteln
sinkt von 41 000 Euro für 2002 auf 15 000 Euro in 2003. Oberbürgermeisterin
Karin Rätzel machte gestern nochmals deutlich, dass es
hier keinen weiteren Spielraum gebe.
Rätzel für Umzug in
Lausitz-Arena
Der aus Kostengründen geplante Umzug von der angestammten
Austragungsstätte Stadthalle in die neue Lausitz-Arena (RUNDSCHAU
berichtete) stößt zudem nicht überall auf offene Arme. Aus der
DTB-Zentrale in Frankfurt/M. gibt es Signale, die wünschen, an
der Stadthalle festzuhalten – im übrigen sei dies bei einer
Zusammenkunft aller Beteiligten im Oktober 2002 so besprochen
worden. «Das Turnier der Meister ist ein Traditionsturnier. Die
Stadthalle hat 23 Jahre ein gutes, arteigenes Ambiente und mit der
Unterbringung der Athleten im benachbarten Hotel ideale
Bedingungen geboten» , erklärte Dieter Kirkamm.
Mit der Lausitz-Arena als Standort für das geplante Turnier der
Meister ist für die Stadt Cottbus das letzte Wort gesprochen,
sagte dagegen Oberbürgermeisterin Karin Rätzel gestern. Denn
wenn das Turnier in der Stadthalle ausgetragen würde, müsste die
Congress, Messe & Touristik GmbH das wirtschaftliche Risiko
tragen. Das hält die Oberbürgermeisterin für nicht vertretbar.
Mit der Lausitz-Arena verfüge die Stadt über eine attraktive
Einrichtung für große Sportereignisse. «Zu diesem Zweck wurde
sie ja gebaut.» Sollte der Turnerbund den Austragungsort
Stadthalle zur Bedingung machen, «dann» , so Oberbürgermeisterin
Rätzel, «müssen wir das bedauernd zur Kenntnis nehmen» .
Der Organisationsstab und die Macher vom
SC Cottbus Turnen und TV Cottbus 1861 hoffen dagegen
weiter, dass das 27. Turnier der Meister – es wäre im übrigen
zum 25. Mal in der Stadt Cottbus – ausgetragen werden kann. «Die
rund 130 ehrenamtlichen Helfer würden zur Rettung sogar auf die
in der Vergangenheit gewährte Helfer-Entschädigung in Höhe von
zusammen 5.000 Euro verzichten» , sagte Reinhard
Rau, Sportkoordinator des SCC. Rau machte aber klar,
dass der Verein nicht ins finanzielle Risiko treten kann: «Unsere
Möglichkeiten sind vollständig ausgeschöpft. Im übrigen haben
wir genügend eigene Aufgaben als Sportverein.»
Die Zeit läuft davon
Sieben Wochen vor der ersten Übung steht das traditionsreiche «Turnier
der Meister» damit weiter vor einem gordischen Knoten, den es zu
zerschlagen gilt. Trotz diverser Einsparungen wie dem Umzug fehlen
weiter etwa 20 000 Euro zur Durchführung. Und mittlerweile
arbeitet auch die Zeit gegen die Macher. «Bis zum 4. Februar müssen
die Weichen gestellt werden, sonst» , so Rau, «wird es in diesem
Jahr kein Turnier in Cottbus geben.»
Von
Thomas Juschus
und Klaus Alschner Artikel vom 30.01.2003
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