update: 02-JAN-03

Köln/Deutschland

WM-Vorbereitung im Basislager Köln gestartet

- Deutsche Turnerinnen machen ernst: Seit 1. Januar läuft der WM-Countdown -

(- Eckhard Herholz)

 


Dr. Petra Theiß:
"WM-Vorbereitung läuft...!"

Schlimmer darf es aber nun wer weiß nicht kommen! 
Alle Beteiligten wissen das!
Waren zuletzt vor sechs Jahren deutsche Turnerinnen auf einem Olympiapodest zu sehen - in Atlanta 1996 Kathleen Kern-Stark und Yvonne Pioch - fanden die Spiele der XX. Olympiade in Sydney 2000 gänzlich ohne Teilnehmerinnen aus dem Mutterland dieser Sportart statt, soll das nun weiß Gott nicht noch einmal passieren.
Deshalb versäumen die verantwortlichen Trainer des deutschen Frauenturnlagers keine Minute, schufen entsprechende Voraussetzungen noch im alten Jahr, um schon am Neujahrstag das zu beginnen, was man derzeit unter "Konzentration" versteht.
Basislager Köln

Vom ersten Tag des entscheidenden Jahres 2003 an, mit der schicksalsschweren Olympia-Qualifikation im August zur WM in Anaheim (USA), hat das deutsche Frauenturnen für 13 Auswahlturnerinnen in Köln sein Basislager eingerichtet.
Im Rhythmus von 2 Wochen Lehrgang / 1 Woche Heimtraining ist der WM-Kader bei TOYOTA Köln, in der Turnhalle der Kölner Sporthochschule konzentriert. Nur einmal wird im April dieser Rhythmus ergänzt durch eine Lehrgangswoche im DTB-Camp Kienbaum bei Berlin.
Nun ist es hierzulande alles andere als leicht, will man junge Sportlerinnen im Schulalter aus den Bildungssystemen ihrer Länder heraus - wenn auch nur zeitweise - "verpflanzen". Dass dies logistisch und organisatorisch erst einmal gelungen scheint, ist noch das Verdienst des inzwischen "entpflichteten" ehemaligen Vize-Präsidenten Eduard Friedrich, "... ohne dessen Engagement wir diese Konzentration nicht bewerkstelligt hätten", so die verantwortliche DTB-Trainerin Dr. Petra Theiß
Somit ist bei Realisierung eines zweimaligen täglichen Trainings auch die schulische Ausbildung durch z.T. Einzelunterricht gewährleistet. Auch schwierigste Probleme hat man dabei in den Griff bekommen, muss doch zum Beispiel die Leipzigerin Conny Schütz 2003 ihr Abitur machen. Gelöst hat man dies in erster Linie durch viele Einzelgespräche in den Heimatorten der Athletinnen. So gab es beispielsweise in den Sportgymnasien in Leipzig und Chemnitz in diesen Fragen eine vorbildliche Kooperation! Bei anderen Turnerinnen, wie Nina Werries oder Heike Gunne muss der geplante WM-Vorbereitungsrhythmus aus schulischen Gründen ab und an unterbrochen werden.

Alle sind hoch motiviert!

Die Idee zu dieser Art Konzentration in Köln wurde im Trainingslager der Nationalmannschaft im August 2002 in Weißrussland geboren. Umgesetzt wurde sie in erster Linie auch durch den persönlichen Einsatz des Gastgebers in Person von Prof. Peter Brüggemann, insbesondere was die Bedingungen der Unterbringung, des Trainings und der gesamten komplexen Betreuung angeht.
"Wir können hier die gesamte Infrastruktur optimaler sportmedizinischer und physiologischer Betreuung im Umfeld der Sporthochschule und des Turnteams TOYOTA Köln nutzen, so dass ein zweimaliges tägliches Training problemlos zu realisieren ist", zeigte sich Auswahl-Coach Petra Theiß zufrieden.

Gründung  einer Turn-WG

Untergebracht sind die Turnerinnen und z.T. auch Trainerinnen in einer Wohngemeinschaft, die Peter Brüggemann in Köln organisiert hat.
Und dies sind die 13 hochmotivierten Mädchen, die die Turnnation Deutschland im Sommer durch einen WM-Platz unter den besten Zwölf in Anaheim wieder aufs olympische Podest zurückbringen wollen:
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Birgit Schweigert,  Lisa Brüggemann, Daria Bijak  vom Turnteam TOYOTA Köln
- Conny Schütz und Katja Stiehler von der TuG Leipzig
- Melanie Ferber und Nora Schuppenhauer von TuS Chemnitz-Altendorf
- Yvonne Musik und Camilla Ermert vom TV Hoffnungsthal
- Katja Abel vom SC Berlin
- Nina Werries vom TV Greven
- Janina Jeworutzki vom TV Herne
- Heike Gunne vom TV Niedergirmes.

Mit Angelika Keilig-Hellmann absolute Kompetenz im Boot


Angelika Keilig-Hellmann
Olympische Silbermedaillengewinnerin 1972
mehrfache Vize-Weltmeisterin und Sprung-Europameisterin 1973

In der unmittelbaren Nachwendezeit gelang es dem DTB nicht, die frühere Weltklasseturnerin und seit mehr als einem Jahrzehnt in Berlin als Choreografin überaus erfolgreich tätige Angelika Keilig-Hellmann weiter zu beschäftigen, die u.a. mit für  Weltklasseleistungen von Maxi Gnauck, Gabriele Fähnrich, Dörthe Thümmler oder Dagmar Kersten verantwortlich zeichnete.
Um so erfreulicher ist es, mit einer Neuverpflichtung von Angelika Keilig absolute Kompetenz ins Team zu holen, die sich dieser schwierige Aufgabe mit dem ihr eigenen Engagement widmen wird.
Mit "an Bord" des Trainerteams sind natürlich als Gastgeber Peter Brüggemann und Shanna Poljakowa vom TTT Köln selbst, die Chemnitzerin Gabi Freese und der Bergisch-Gladbacher Dieter Koch vervollständigen das Kompetenzteam,

Bleibt zu wünschen, dass es für diese hochmotivierte Basislagermannschaft neben der Sporthilfe- Zuschüsse auch eine noch wachsende Unterstützung durch den DTB selbst gibt und dass sich vielleicht für derart formierendes Engagement auch noch einige Wirtschaftspartner durch Leistung, Kampfgeist und mit Charme gewinnen lassen.

Eckhard Herholz/GYMmedia 

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