"Fissi"

- unser Mädchen im Erfolgsteam   

Jeanine Fissler

Geb.:
12.10.1980
Spitzname:
"Fissi"
Wohnort: Berlin-Friedrichshain
Zweiter Wohnort: Bochum, bei Familie Ülengin, mit Annika Seibel
Verein:
Berliner TSC
Trainer:
bis 1995 Daniela Wollenhaupt und Barbara Rothenburg,
seitdem Carmen Weber und Livia Medilanski
Gruppen-Kapitän

Sportliche Erfolge:
5. der EM 1999, 5. der WM 1999 (jeweils Mehrkampf), qualifiziert für die Olympischen Spiele 2000
Schule:
13. Klasse
Hobbys:
Lesen, Basteln, Zeichnen, Musik, Sprachen, Choreographie - Kreatives
Lieblingsessen: Kartoffeln und Quark (nach Mutters Art)
Lieblingsort:
Berlin
Zukunftswünsche: Olympia 2000, Abi, Studium

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Persönlicher Gruß von Hobbyzeichnerin "Fissi" an alle RSG-Fans von GYMmedia

  Jeanine Fissler (Berliner TSC)
zu Hause in ihrem Berliner "Kietz"

titel11_65.jpg (9226 Byte) Titelgeschichte im
TurnMagazin für Berlin und Brandenburg
Nr. 11/99

"Hören Sie mal," rief eine ziemlich erboste Stimme in der Telefonleitung der Eurosport-Redaktion, "es ist zwar die deutsche Gruppe, die da so erfolgreich turnt, aber die besteht aus fünf Mädchen, und es wäre nett, wenn die auch bei Ihnen mal namentlich genannt würden!" Der energische Anruf während der Weltmeisterschaften in der Rhyhtmischen Sportgymnastik kam von Carmen Weber, der Trainerin der besagten Gruppe, die wegen Krankheit von zu Hause aus das Auftreten ihrer Schützlinge im japanischen Osaka verfolgen mußte. Sie - einst selbst Gruppengymnastin - kämpft permanent dafür, die Gymnastinnen für die Öffentlichkeit aus der Anonymität zu holen.
"Ihre" Mädchen kommen aus Rehlingen, Dahn, Berlin, Bochum und Halle, trainieren beim TV Wattenscheid, leben in Bochum und gehen
dort zur Schule. "Es ist sehr viel, was diese Mädchen leisten; fünf Jahre Altersunterschied in der Gruppe, ständig weg von zu Hause. Sie sind nicht nur sehr gut ausgebildete Gymnastinnen, sondern sie müssen
absoluten Teamgeist mitbringen, sich der Gruppe unterordnen, die totale Harmonie anstreben und ausgezeichnete koordinative Fähigkeiten mitbringen - eine Menge Voraussetzungen, die durchaus nicht jede talentierte Gymnastin erfüllt", so die erfahrene Trainerin. Insofern streben sie - zumindest im Wettkampf - an, was ihnen sonst zu schaffen macht: Die Anonymität der Einzelnen zugunsten einer perfekten Harmonie - der Star ist die Gruppe...
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Vertrauter Ort:
In ihrer alten Trainingshalle

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... und davor

"Fissi kommt! Cool..."

Wenn "Fissi" (es gibt einige, die überlegen müssen, wie "Fissi" richtig heißt...) nach Hause, also nach Berlin, kommt, ist ihr der denkbar freundlichste Empfang gewiß - nicht nur jetzt, wo sie schon fast ein Star ist. Schließlich ist der fünfte WM-Platz, den sich die deutsche Gruppe in einem außerordentlich hochklassigen Wettkampf wirklich erkämpfte, nicht nur die Qualifikation für Sydney 2000, sondern wirklich eine Hausnummer. Weltspitze sozusagen.
Für die jüngsten Gymnastinnen im Landesleistungszentrum Berlin ist Fissi das große Vorbild, kein bißchen anonym, sondern eine von ihnen - eine, die es geschafft hat. Die Freude war gegenseitig: "Es ist so schön, wiedermal hier zu sein", sagt Fissi, "Frau Rothenburg freut sich so sehr, die Mädchen sind lieb und übrigens schon sehr gut, und für mich ist es ein Stück Heimat." Sie übt ein bißchen mit den Mädchen, die zwischen 10 und 12 sind und die - natürlich - mal in die große, die Nationalmannschafts-Gruppe, wollen. Ein Tipp hier, ein Hinweis da, ein paar gemeinsame Drehungen, und schon sind in zwei Kürübungen neue Passagen entstanden, die allen gefallen.
 

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Barbara Rothenburg
mit ihrem großen Stern und den (noch) kleinen

Ist doch klar,
was die Reifen symbolisieren, oder?

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"Ich wollte schon
immer zur RSG..."
Begonnen als Turnerin

Hier hat Jeanine Fissler ihre sportliche Laufbahn begonnen - als Turnerin! Durch Mutter's Schwester, die Turnerin war, kannte sie die Turnhallenatmosphäre schon, bevor sie selbst aktiv mit dem Training begann, wie üblich bereits im Vorschulalter. Doch später hatte die Tochter andere Pläne - "ich wollte unbedingt zur RSG, es war so toll, was die da bei Frau Rothenburg machten.". Die wiederum war skeptisch: Mit der Turnerfigur - das wird nie 'ne Gymnastin...

 

Schließlich klappte es, und Fissi mit ihrem Engagement, ihrem Trainingseifer, ihrer Begeisterung überzeugte alle - auch ihre Mutter, die sie natürlich trotz aller Skepsis immer unterstützte: "Als sie anfing, die ersten eigenen Übungen zu bauen, dachte ich mir, so hat sie wenigstens eine gute kreative Schule für's Leben..." Der endgültige Durchbruch kam 1994/95 mit den ersten Einzelerfolgen bei Norddeutschen Meisterschaften. Fissi hatte ihre Umgebung auch mit ihrem Kampfgeist beeindruckt: "Da muß ich eben besser trainieren", sagte sie nach ihrem ersten großen und völlig "verbauten" Wettkampf.


So konzentriert...

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Anfangspose der
Reifen / Band Übung

"So ein bißchen der Leithammel..."

Diese ihre Tugenden, gefördert in ihrer Berliner Umgebung, kommen ihr heute zugute. "Fissi ist Klasse!", sagte Barbara Rothenburg damals, sagt Carmen Weber heute, und ihre Teamgefährtinnen sagen das auch. Auf Fissi kann man bauen, sie ist verläßlich, ausgeglichen - und fast immer guter Laune. "Ich bin die Sprecherin der Gruppe; so ein bißchen Leithammel und Orientierungspunkt... Das akzeptieren alle. Wobei wir mit dieser Gruppe großes Glück haben, wir passen ausgesprochen gut zusammen, es gibt keinerlei Neid, wir ergänzen uns gegenseitig." Sie hat auch andere Erfahrungen gemacht, ist eine von denen, die schon zur Vorgänger-Gruppe gehört hat.


So schön...

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Die Gruppe im Show-Outfit

Fissi zu Hause in Berlin-Friedrichshain:
Selten, aber ausgesprochen gern

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"Immer verliere ich gegen Norman..."

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Jetzt, da wir bei Fisslers in der gemütlichen Hinterhauswohnung im Friedrichshain - gelegen zwischen Karl-Marx-Alle und East-Side-Gallery - sitzen, ist schon klar, wo Jeanine ihre Kraft und ihre Ausgeglichenheit her hat. Mutter Ute, Kita-Sachbearbeiterin im Rathaus, Vater Dirk, Konstrukteur bei "Röntec" im Wissenschaftspark Adlershof und der 14jährige Bruder Norman sind für die 19jährige alles, was man im besten Sinne unter "Zuhause" nur verstehen kann. Jetzt freuen sich die vier auf ein neues Häuschen in Hoppegarten; Jeanine bekommt ihr Zimmer unter'm Dach, das hat sie sich schon als kleines Mädchen gewünscht...
"Ich habe das Gefühl, dass sie gern nach Hause kommt", sagt ihre Mutti ein wenig untertreibend und Jeanine meint das auch für ihre Heimatstadt: "Ich mag Berlin, ich bin gern hier, und kann mir auch vorstellen, hier zu studieren. Oder im Ausland." Was, steht noch nicht fest, die Vorstellungen gehen von der Paul-Mc Cartney-Schule bis zur Luft- und Raumfahrttechnik. Sie braucht was für ihre Kreativität; ihre sehr knappe Freizeit füllen solche Tätigkeiten schon heute.


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Berlin-Seite

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Fotos:
Juri Reetz
Camera 4

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11/99 -schm-


Im Moment allerdings wünscht sie sich mehr Zeit für's Lernen - "durch die WM-Vorbereitung war alles immer nur Stückwerk." Sie hat nun wieder ein hartes Stück Arbeit vor sich: Abitur und die langfristige Olympiavorbereitung. "Fissi" freut sich drauf, ist inzwischen wieder bei ihrem Team in Bochum. Abgetaucht in die Anonymität und Harmonie einer Gruppe zierlicher Mädchen, die ohne solche "Fissi-Typen" niemals erfolgreich sein könnten...

Sonja Schmeißer


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Erfolgspose: WM-Fünfte -
nun geht's in Richtung Olympia