update:13-Nov-01

Europacup für Vereine

Europapokal der Gymnastics-Disziplinen....?

- Ein gewaltiger Name für ein klägliches Ereignis -

Ein Kommentar von Eckhard Herholz

 

Bereits im Frühjahr des Vorjahres hatte die UEG-Executive (Wien, April 2000) das Reglement eines für 2001 und jedes weitere ungerade Jahr einzuführenden Europacups verabschiedet. Im Sommer 2000 wurde es den Europäischen Landesverbänden mitgeteilt mit der Bitte, es an die besten Vereine weiterzuleiten. Die jeweils 3 besten Vereine eines Landes im Männerturnen, Frauenturnen und in der Rhythmischen Sportgymnastik konnten dafür gemeldet werden....

Nun hat dieser ominöse Europa Cup erstmalig begonnen, und keiner hat's so richtig bemerkt.
"Europacup", eigentlich ein Markenname und  verpflichtend - wenn man an Fußball oder andere Spielsportarten denkt!
Dort ist das aber in erster Linie ein Geschäft, dort kostet es nichts, sondern dort bringt es den Vereinen etwas ein, im Minimum mehr Renommee.
Und im Turnen...? 
Hier entstehen teilnahmewilligen Vereinen oder gar Veranstaltern erst einmal und ausschließlich Kosten. Das regelt der Punkt V des Europacup-Reglements: "Die teilnehmenden Vereine müssen alle Kosten übernehmen...." Nichts zu finden ist dort aber über ein Marketingkonzept, wie man an eine neu zu schaffenden Veranstaltungsstruktur erst einmal Partner bindet, sie dafür interessiert und beteiligt. Das setzt natürlich neben einer publikumswirksamen, medienfreundlichen Veranstaltungsstruktur, glasklare Öffentlichkeitswirkung voraus.
Aber weder in Presse noch in einzelnen Verbänden - selbst nicht bei der veranstaltenden Europäischen Turnunion finden sich derzeit aktuelle Hinweise auf den Beginn einer solchen Serie... geschweige denn weiß irgend ein Fachjournalist richtig Bescheid.
Und fragt man Tage nach den ersten Events etwa nach Resultaten... - Fehlanzeige! Selbst die an den ersten Terminen beteiligten Mannschaften fahren erst einmal ohne Protokolle ab.
Da soll es doch tatsächlich in Finnland ein solches Ereignis im Männerturnen gegeben haben....?
... und in Strasbourg und Italien waren einige Sportgymnastinnen zu Gange...?
....was auch immer dort geschah:
Bevor man mangelnde Medienpräsenz bei denselbigen einklagt, muss man erst einmal die eigenen, profanen Hausaufgaben machen! Transparenz und rechtzeitige Veröffentlichung von Wettkampfphilosophie und -strategie; Erklärungen von Wettkampfgedanken und - absicht, aber nicht nur vor dem Turnvolke, sondern in geeigneter Form den Medien selbst, die man ja im Interesse zu gewinnender Partner der Wirtschaft zu interessieren gedenkt - bevor man diese wegen Ignoranz und Fernbleiben von Turn- oder Gymnastik-Events anklagt!
Aber schon im Ansatz steckt das Problem: Im 16-seitigen Pamphlet der UEG über das Technische Reglement dieses Europa Cups finden sich unter den 6 Punkten aber auch keinerlei Hinweise, Verpflichtungen oder Anweisungen für Ausrichter oder Organisatoren über Charakter und Qualität von Öffentlichkeitsarbeit, die Logistik von Datenerfassung, -präsentation oder Regeln der Publicity solcher Events - geschweige denn konkrete Marketingstrategien für eine gezielte Außenwirkung.
So ist diese momentan und erwartungsgemäß gleich Null! Selbst gutwillige Journalisten - eigentlich interessiert an jeder Neuerung, an Daten, Ergebnissen, Personen und Geschichten dieser Sportart - brauchen Stunden der eigenen Recherche, um an dererlei Fakten heran zukommen...und dabei soll bereits in wenigen Wochen in Nantes/Frankreich das "Europacup-Finale stattfinden. Ein gewaltiger Name für ein klägliches Ereignis.

>Lesen Sie dazu auch:  Streitpunkt Petcu.....!
... auch auf der Website des TK Hannover

>> Alle Resultate Europacup Semifinal

Eckhard Herholz
(gymmedia)

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