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05-Oct-2004

Puhlheim/Brauweiler

Olympiasieger Helmut Bantz verstorben


English version

  Nach langer, schwerer Krankheit ist am Montag, den 4. Oktober 2004, der Turn-Olympiasieger von Melbourne 1956, und Turn-Europameister von 1955, Helmut BANTZ gestorben.

  In seiner Kindheit war Helmut Bantz zunächst auch auch ein begeisterter Schwimmer,  Wasserspringer und Stabhochspringer.
Der barbarische zweite Weltkrieg verhinderte die Austragung der Olympischen Spiele 1940 und 1944. An ihnen wollte auch der deutsche Turner Helmut Bantz teilnehmen. 

1948 fanden sie in London statt und die englische Riege betreute der deutsche Kriegsgefangene Helmut Bantz. „Die Olympiahose der Engländer hängt als Erinnerung an diese Spiele noch heute in meinem Schrank.“
Obwohl Deutschland von den Spielen ausgeschlossen war, bot man dem Deutschen an, bei der Eröffnungsveranstaltung mit ins Olympiastadion zu marschieren. Bantz lehnte ab.

Die akurat mit Leukoplast an der Schläfe befestigte Brille 
war sein Markenzeichen >>


Helmut Bantz, 
geb.: 14.09.1921
gestorben: 04.10.2004

...zur 80. Geburtstagsfeier...

V.l.n.r.:
Hans-Jürgen Herrmann, Olympiasieger Klaus Köste, Hans-Jürgen Zacharias, und der Jubilar

...am 14.September 2001 in Köln

V.l.n.r.:
Günter Jakobi, Klaus Zschunke (+), Hardi Frenger, der Jubilar, Philipp Fürst

Der "Hecht" von Melbourne

1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne turnte er dann in der deutschen Olympiariege. Bei der WM 1954 in Rom wurde er zunächst Vize-Weltmeister beim Pferdsprung und am Reck, Leistungen, die damals relativ wenig Beachtung fanden: Am gleichen Tag wurde Deutschland in Bern Fußball-Weltmeister. Bei den Europameisterschaften 1955 in Frankfurt a. M. wurde Bantz Europameister am Barren. Unvergessen aber bleibt sein herrlicher Hechtsprung über das Pferd in der Olympiastadt Melbourne. 36jährig gewann er die Goldmedaille. 

Am 14. September beging der Pferdsprung-Olympiasieger von1956 Helmut Bantz noch seinen 83. Geburtstag. Der lebensfrohe Rheinländer, der bis 1984 Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln war, gehört auch heute noch zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Turnern. 

Beim Rheinischen Turnerbund war er von 1970 bis 1986 Oberturnwart, danach bis 1992 Beisitzer im Präsidium. Seine Geburtsstadt Speyer hat ein Stadion nach ihm benannt.

<<< Olympisches Gold 1956, gemeinsam 
       mit Walentin Muratow, vor Juri Titow

Auch das runde Leder hat den späteren Dozenten an der Kölner Sporthochschule immer fasziniert. Generationen von Trainern, wie Erich Ribbeck, Jupp Heynckes oder auch Günter Netzer wurden von ihn konditioniert, da er bei seinem Freund Hennes Weisweiler in Mönchengladbach zeitweise als Konditionstrainer arbeitete.  Doch die allergrößte Leidenschaft des 18-fachen Deutschen Meisters gehörte immer dem Gerätturnen.

Neben vielen Ehrungen und Auszeichnungen erhielt Bantz 1998 in der Alten Oper zu Frankfurt/Main „als besonders engagierte Persönlichkeit des Sports“ den Georg-von-Opel-Preis für "Die stillen Sieger" (siehe GYMmedia-Reportage vom 30. November 1998).

Noch im Sommer 2001 an einem Traditionstreffen internationaler Turngrößen in Ingelheim mit Teilnehmern aus 13 Ländern teil.
Bis zuletzt lebte der pensionierter Hochschullehrer in Köln (Pulheim-Brauweiler) in einer Straße, die den Namen Friedrich Ludwig Jahn trägt. 

Trotz seine eingeschränkte Beweglichkeit, bedingt durch eine Unterschenkelamputation vor einigen Jahren, war er immer ein lebenslustiger Mensch, zuletzt jedoch bedeutete nun der Tod eine Erlösung nach schwerer Krankheit


Helmut Bantz mit seiner Gattin

E.Herholz/GYMmedia

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