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Olympiasieger soll ab
Dezember für den Bundesligisten an die Geräte gehen
- Waldemar Eichhorn im Kader für Athen 2004
- TG Saar will im Kampf um die deutsche Meisterschaft mitmischen. Eine
spektakuläre Verpflichtung soll dabei helfen: Der Kunstturn-Bundesligist
ist sich mit Olympiasieger Andreas Wecker, 31, einig.
Dillingen. Es war am 4. April 1984.
3000 Fans feierten in der Völklinger Sporthalle
die TG Saar, den neuen deutschen Meister. Der Erfolg wurde ein
Jahr später wiederholt. Die beiden Titel sind bis heute die einzigen
geblieben. Die TG Saar stieg 1991 sogar in die
zweite Kunstturn-Liga ab. Der
Aufschwung kam erst wieder 1994 mit der Verpflichtung von Sergej Charkow.
Am 6. Dezember 1997 kehrte die TGS dann ins Oberhaus zurück - und
baute seither Steinchen für Steinchen am Gerüst für eine erfolgreiche
Zukunft.
Das Ziel ist es, um den dreimaligen
Olympiasieger Charkow eine Riege aufzubauen,
die bei der Titel-Vergabe wieder ein Wörtchen mitreden kann.
Das erste wichtige Mosaik-Steinchen ist das 15 Jahre alte Riesen-Talent
Waldemar Eichhorn. Der Junioren-Europameister wurde in den
Olympia-Kader des Deutschen Turner-Bundes für die Spiele 2004 in Athen
berufen. Er darf in der im April beginnenden Saison erstmals in der
Bundesliga turnen. Das zweite Mosaik-Steinchen
ist der Ausländer-Platz. Der soll weiterhin mit dem Ukrainer
Valery Pereshkura besetzt werden. Das wichtigste Mosaik-Steinchen
ist wohl die spektakuläre Neuverpflichtung, mit der die
TGS endlich den zweiten Ausnahme-Turner neben Charkov präsentieren
kann. "Wir sind uns mit Andreas Wecker
einig. Er wird im April einen leistungsbezogenen
Vertrag unterschreiben und ab Dezember für uns an die
Geräte gehen" , erklärt TGS-Manager Paul Rupp. Wecker,
bisher beim SC Berlin, gewann bei den Olympischen Spielen 1996 in
Atlanta in den USA Gold am Reck. Ein Jahr zuvor wurde er am gleichen
Gerät Weltmeister. 1989 und 1992 war er am
Reck Europameister. Der 31-Jährige,
der vor drei Wochen zum zweiten Mal Vater wurde - Töchterchen
Marie Sophie kam auf die Welt - wohnt mit seiner Freundin und
Managerin Antje in Klein-Ziehten bei Berlin. Bei Olympia 2000 in Sydney
in Australien - seine vierte Olympia-Teilnahme - verletzte er sich
am Barren drei Tage vor dem Wettkampf schwer an der Schulter: Bizeps-Abriss,
eines der drei Bänder, die die Schulter halten, war gerissen,
ein zweites angerissen, dazu war ein Knochen gebrochen. Seit dem
läuft er mit eineinhalb Zentimeter langen Titan-Ankern in der Schulter
herum. Wegen der Verletzung wird Wecker
in der im April beginnenden Übergangs-Saison
nicht für die TGS starten. Er erklärt gegenüber der "Saarbrücker
Zeitung" : "Den Heilungsprozess der verletzten Schulter kann ich
nicht vorhersagen. Deshalb werde ich
erst ab Dezember für die TG Saar starten. Es
macht keinen Sinn, wenn die Schulter noch eingeschränkt ist." Im
Dezember greift der neue Liga-Modus. Dann kann
sich die TG Saar in einem Wettkampf
für die Finalrunde qualifizieren. "Es ist schwierig, aber wir
können ganz vorne mitturnen" , glaubt
Wecker.
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