13-Sep-2009Mie, Japan SONNTAG: Gerätefinals der Gruppen: Russische Reifen-Rehabilitation, Italienisches Doppelgold ...
GOLD zum Abschluss für Italien
* Gruppenfinals und WM-Bilanz
Die jeweils besten acht Nationalgruppen pro Handgeräte-Kombination (5 Reifen bzw. 2 Seile/3Bänder) nach der Mehrkampfqualifikation treten heute zum abschließeneden Kampf um die Finaltitel an.
Mit der 5er-Reifenkombination rehabilitierten sich die RUSSINNEN für den schweren Fehler in der Qualifikation, der ihnen Bronze statt Gold einbrachte, heute aber mit einerm makellosen Vortrag zum Titel führte.
Mit 27,700 Punkten verwiesen sie Mehrkampf-Weltmeister ITALIEN auf Platz 2 (27,275). WEISSRUSSLAND erhielt Bronze für 27,225 Punkte.
In einem abschließenden Wimpenschlagfinale behielt Gold-All-rounder ITALIEN dann die wieder die Oberhand mit den Bändern und den Seilen (26,650) und verwies WEISSRUSSLAND (-0,050) und RUSSLAND (- 0,359) auf die Medaillenplätze ...
* GYMmedia WCh NEWS Coverages are sponsored by * Co. << Janssen-Fritsen & supported by the Japanese Co. << Chacott
* G R U P P E N F I N A L S - Mie, Japan, 13. September - _____________________________________
Bilanzen und Gedanken nach dem Jahreshöhepunkt ...
Erneut beendet RUSSLAND eine Gymnastik-WM mit einer drückenden Überlegenheit in allen Disziplinen, trotz des Missgeschicks im Gruppenmehrkampf gewinnt die Russische Gymnastikschule allein 7 der 9 möglichen Goldmedaillen, dazu 3x Silber und 2x Bronze. Allein 12 der 27 möglichen WM-Medaillen erhielt die mit Abstand führende Nation der Rhythmischen Gymnastik.
Ausschließlich im Gruppenwettbewerb bewiesen die ITALIENERINNEN ihre dort hinlänglich bekannten Stärken und rehabilitierten sich für den medaillenlosen 4. Rang im olympischen Mehrkampffinale von Peking 2008, diesmal mit 2x Gold und 1x Silber.
Breiter aufgestellt sind weiterhin die UKRAINE(- / 2 / 3), und WEISSRUSSLAND (- / 2 / 2), aber beide diesmal ohne Siegleistung.
Der "Rest" von 3 der insgesamt 27 möglichen Medaillen dieser WM ging an Aserbaidschan (- / 1 / 1) und an Bulgarien (- /- / 1), so dass an der Edelmetallausbeute weiterhin nur eine sehr "überschaubare" Anzahl von Ländern beteiligt ist, was die generelle Lage in dieser Sportart beschreibt.
Jewgenia Kanajewa, gelöst und frei von Druck bei der Abschluss-Gala in Mie
Anna Bessonowa, heute im Showkostüm, neben Kanajewa momentan d i e prägend Figur in der Weltspitze der Rhythmischen Gymnastik
Im Anschlussbereich zur Weltspitze liegen da vielleicht noch Kasachstan, die diesmal relativ schwach vertretenen, sich aber in genereller Aufwärtsentwicklung befindlichen Chinesinnen, wie auch Gastnation Japan über Leistungszuwächse verfügt.
Gemessen an den oben genannten, die fern entrückte Weltspitze bestimmenden Ländern, finden das restliche Europa und die Gymnastikwelt momentan fast nur noch durch die sich wieder in leichtem Aufwind befindliche ehemalige Weltspitzen-Nation Bulgarien sowie Israel (vorwiegend durch Risenson, aber auch der Gruppe) in Endkämpfen statt, und vielleicht noch zeigt Polens Entwicklungskurve (mit Joanna Mitrosz), ein wenig nach oben...!
... und der "Rest" der Gymnastikwelt?
In allen anderen, besonders westeuropäischen Ländern hat diese anspruchsvolle, ästhetische Frauendisziplin höchstenfalls einen "gehobenen Amateurstatus".
Sieht man sich die Schwierigkeitsstrukturen der (russischen) Spitzengymnastinnen, deren körperlichen Voraussetzungscharakter sowie die technisch-ästhetische Ausprägung an, ...
... die von den Wertungsbestimmungen (Code de Pointage) am meisten honoriert werden, so sind nur in einer Handvoll von Ländern auch tatsächlich adäquate gesellschaftliche Strukturen (Sichtung, Training, Ausbildung, Gesundheitsbetreuung,...) eines langfristigen, zeit- und kraftaufwändigen Leistungsaufbaus vorhanden.
Strategische Überlegungen Gymnastik ist und bleibt erstrangig Individual-Sportart! Die Strategien der Führungsnationen in der ausgewiesenen Individualsportart (!) Rhythmische Gymnastik, sind auch dort vorwiegend auf die Leistungsträgerinnen, eben auch der Einzeldisziplinen, ausgerichtet.
D e r e n Erfolge, ihre Namen und Gesichtern, haben mehr oder weniger Außenwirkung, finden Außen-Akzeptanz.
Ursache und Folge dort sind erkennbare nationale Strategien und abgeleitete Infrastrukturen für Individualistinnen, in Auseinandersetzung mit internationalen, individuellen Top-Leistungen und - Ansprüchen!
Wenn, basierend auf einem hohen Ausbildungsstand eines hinlänglich ausreichenden Reservoirs von Einzelgymnastinnen, dann Gruppen gebildet werden, geschieht das zumeist erst auf einem schon substanziell hohen Grundlagen- und Leistungslevel solcher Individualistinnen. Setzt die nationale Hauptstrategie "Gruppe" zu früh und ausschließlich in diese Richtung ein - so wie derzeit z. B. in Deutschland - sind langfristig die Leistungsprofile der Führungsnationen, die sich aus der Kombination hoher, individueller Leistungsfaktoren ergeben, von vornherein unerreichbar.
So bleibt es eben ein ewiges Zitterspiel, will man sich ernsthaft wieder unter die Top-Ten der Gymnastikwelt begeben!
Auch aus der Sicht der öffentlichen Wahrnehmung der Sportart, der Leistungsträgerinnen internationalen Formats, als Voraussetzung auch medialer "Transportmechanismen", muss da in den meisten Ländern neu nachgedacht werden.
Rhythmische Gymnastik ist nicht nur die schönste, weil ästhetischste aller Frauensport-Disziplinen, sondern eine der aufwändigsten, kosten-intensivsten!
Man muss investieren (personell, finanziell), wenn man den komplexen Anforderungen eines humanen Leistungssports unter Berücksichtigung komplexer gesundheitlicher und Bildungsfaktoren entsprechen will.
Den nächsten Höhepunkt dieser Sportart richtet im Frühjahr Deutschland mit den nächsten Europameisterschaften in Bremen aus. Ohne ein "Gesicht" für diese EM, ohne jegliche Einzelgymnastin in dieser individuellen Disziplin, darf man auf die Widerspiegelung und Akzeptanz in der "Außenwelt" höchst gespannt sein.
Vielleicht fällt den versierten deutschen Organisatoren bis dahin doch noch etwas ein...! * Eckhard Herholz;
GYMmedia INTERNATIONAL