Newsservice GYMmedia  29-Aug-2007    Stuttgart / Deutschland 
 PODIUMSTRAINING FRAUEN: Ein Quartett mit Medaillenambitionen...


Abschluss, Podiumstraining
Frauen

Der zweite Tag des Podiumstrainings der Frauen beinhaltete ein Mammutprogramm.
Fast 12 Stunden lang folgten die sechs Durchgänge aufeinander, in exakt der  zeitlichen Abfolge des vorweggenommenen 2. Qualifikationstages, am kommenden Sonntag, wo z.B. die deutsche Mannschaft bis zuletzt warten muss, bis das Ergebnis des letzten Nationendurchgangs mit Frankreich, Kanada und Großbritannien über die Vergabe der begehrten 12 Olympiatickets entscheidet;
doch im Kampf um die Teammedaillen zeichnet sich momentan schon ein Anwärterquartett ab...
 
WM-Ambiente in der Hanns-Martin-SCHLEYER-Halle
- Foto: (c) MINKUSimages
Berichte aus Stuttgart: Dieter HOFMANN (SUI), Red.: Eckhard HERHOLZ.

 
Beobachtungen vom Podium

Unser GYMmedia-Experte, der Ex-DDR-Nationaltrainer Dieter Hofmann, der schon 1989 hier an gleicher Stelle das letzte DDR-Männerteam betreute und danach als Trainer in der Schweiz arbeitete, fasst in den nächsten Tagen seine Beobachtungen zusammen.

PODIUMSTRAINING in der SCHLEYER-HALLE
Erster Eindruck vor Ort,  bestätigt auch von den Offiziellen des Weltverbandes FIG: Alle Vorbereiteungen waren rechtzeitig abgeschlossen, sowohl Wettkampfhalle als auch die Trainingsstätten sind in einem ausgezeichneten optischen und technischen Zustand.
 
Dieter HOFMANN, - GYMmedia-Experte
 

 

Die Stuttgarter Organisatoren stellen damit schon jetzt ihren hohen Erfahrungsschatz als Wettkampforganisatoren unter Beweis, allerdings gibt es auch erste kritische Stimmen zu z.T. überzogenen neuen Regularien der WM-Abäufe seitens des Weltverbandes, die man aber erst einmal beobachten sollte...!

* DIENSTAG, 28. Aug.
1. Tag, PODIUMTRAININGS der FRAUEN
Am ersten Tag des Podiumstrainings der Frauen durften die deutschen Gastgeberinnen bereits in Gruppe 3, gemeinsam mit der Ukraine und zwei Mixed Teams, die Geräte testen.
Noch ungünstiger ausgelost sind die Chinesinnen in Gruppe 1 (10.00 Uhr) und Italien, mit Mehrkampf-Weltmeisterin Vanessa FERRARI  in Gruppe 2 (11.45 Uhr).
Rumänien beendete gegen 18.00 Uhr mit Gruppe 4 den ersten Podiumstag, und ist mit einer gut aufgelegten Catalina PONOR angereist...

 
- Die Chinesinnen zeigten technisch das Beste was man von ihnen je sah... ob allerdings die zierlichen Persönchen dann unter Wettkampfbedingungen bestätigen können, bleibt abzuwarten!
- Italiens Mehrkampf-Weltmeisterin Vanessa FERRARI scheint sich zwar positiv auf die Leistungsbereitschaft der ganzen Mannschaft auszuwirken - gelöst, locker, fast übermütig wirkten sie, aber Vorsicht: auch Übermut kommt vor dem Fall...!
- Den deutschen Mädchen merkte man als Außenstehender schon ein wenig ihre Nervosität an, sie wirkten ein wenig unruhig, aufgedreht, übereifrig. Da sollten Chefcoach Ulla Koch und die Mütter der Kompanie Katja Abel und Oksana Tschussowitina aber noch bis Samstag Ruhe hinein bringen können. Denn inhaltlich, turnerisch war es ein zwar sachlicher, aber überzeugender Auftritt heute.
Fest steht auch der deutsche Einsatzplan:
Abel, Tschussowitina und Marie-Sophie Hindermann turnen vollen Vierkampf, Joeline Möbius drei Geräte außer Stufenbarren, dort kommt Jenny Brunner zum Einsatz.
 
... so flog heute in 'Ferrari-Rot', die Mehrkampf-Titelverteidigerin, Vanessa FERRARI, mit Italien in der Gruppe 2.


Ponor (ROU): ... mehr als nur ein Comeback?
  Catalina Ponor vor großem Comeback...?
Rumänien in der letzten Gruppe
des Dienstagabends, wartete mit stabilen Programmen auf, und das nicht nur durch ihre Leistungsträgerinnen IZBASA und NISTOR: Hier steht auch wieder mit Catalina PONOR nicht nur ein Ex-Star vor einem Comeback mit Ambitionen zur Führungsturnerin, nein, sie ist größer, reifer geworden, aber figürlich, athletisch in ausgezeichnetem Zusatnd, und das nicht nur am Balken sondern sie überzeugte auch an Sprung und Boden. Auf diese Catalina PONOR des Jahres 2007 - nach ihrem nach der EM Volos 2006  erklärten Rücktritt, darf man wirklich gespannt sein!

- Nach einem Sturz der Rumänin Ana Marie TAMARJA am  Stufenbarren, bei dem sie mit dem Knie ins Gesicht schlug und eine Beinfraktur erlitt, muss sie ausscheiden. Für sie kommt Andreea GRIGORE in die rumänische Mannschaft.

* MITTWOCH, 29-Aug.:
2. Tag, PODIUMSTRAINING, FRAUEN
Letzter Tag des Podiumsdurchganges der Frauen, der Haupttag mit 6 Gruppen und einem fast 12-Stunden-Programm:
- Ab 10. Uhr    - u.a. mir den starken Australierinnen...
- ab 11.45 Uhr - die Gruppe 6, u.a. mit Spanien und Bulgarien...
- ab 14.00 Uhr - mit Russland und den Schweizerinnen...-

- ab 15.45 Uhr - u.a. mit den Brasilianerinnen...
- ab 18.00 Uhr  - mit USA und Japan... und:
- ab 19.45 Uhr  - mit Frankreich, Kanada, Großbritannien, deren Abschneiden dann in der Qualifikation (- am kommenden Sonntagabend) wesentlich die Rangfolge für die begehrten 12 Olympiatickets beeinflussen wird
 


Kristina Pravdina (RUS)
  - Gut vorbereitete Australierinnen, denen der Ruf vorausging, "das beste WM-Team aller Zeiten" nach Stuttgart geschickt zu haben - sportlich gut, aber optisch (Trainingszustand, Gewicht...) sah es (noch) nicht unbedingt danach aus, aber sie sollten ja steigerungsfähig sein...!

- Russland scheint sein Tief zur letzten EM in Amsterdam überwunden zu haben. Insgesamt ist diese frühere Top-Nation wieder im Aufwind und auch Jelena Samolodschikowa erscheint hier austrainierte als noch zu manch anderem Wettkampf im Vorfeld. Die 25-jährige Doppelolympiasiegerin (Sydney 2000, Boden, Sprung) hat nun zehn Jahre jüngere Turnerinnen im Team, ein Zeichen für den Um- und Neuaufbau der Mannschaft, nach der letzten Bronzemedaille in Aarhus und nach der Verletzung von Rotinier Anna PAVLOWA.
Ksenia SEMENOVA ist mit 15 Jahren die Jüngste, und auch die russische Junioren-Meisterin  Daria JELIZAROVA und die 16-jährige Ekaterina KRAMARENKO stehen vor ihren bisher größten Bewährungsproben
- Auffallend: Hohe akrobatische Spitzenleistungen am Boden!
War noch vor 2, 3 Jahren die direkte Verbindung 2 1/2 Schraube rw. - Salto vw. gestr. eine Seltenheit, hier boten drei Russinen den zweiten Sprung sogar mit 1/1- bzw. 11/2-Drehungen an!

- Die Schweizerinnen ohne nennswerte Zwischenfälle, wohl ohne das Potenzial für die Ränge unter 15 in Frage zu kommen...
- Nordkoreas zierliche Mädchen aber erscheinen weiter verbessert gegenüber der Vorjahres-WM in Aarhus (13. Rang) und hätten - Stabilität ihrer technisch ansprechenden Programme vorausgesetzt - hier sogar das Zeug, unter die Top Ten der Nationenfolge zu kommen!
- Brasilien hatte einen aufgeregten, nervösen Podiumsdurchgang, selbst die Trainer vermittelten diesen Eindruck, sind aber besonders im Kampf um Olympiaplatz 12 ernst zunehmen. Ex-Weltmeisterin dos Santos trat nur an Sprung und Boden an.
- Japan, ebenfalls verbessert, ließ eine klare, technische Grundlinie erkennen: eindeutig russische Turn-Schule! Kein Wunder, ist doch dort seit zwei Jahren Sergei FEDOSEJEW - Sohn des früheren Koroljow-Trainers Alexander FEDOSEJEW als Akrobatik- und Stufenbarrentrainer verantwortlich.
 
Sylvia Hitz, WM Neuling aus der Schweiz


Aljazy Al-Habshi (QAT);
Auch Katar, Ausrichter der 25. ASIENSPIELE 2006, unternimmt im Frauenturnen große Anstrengungen!
  - USA - ohne Jana Bieger und ohne Memmel - präsentierte sich besser, als die namentliche Aufstellung vermuten ließ. Nastia LIUKIN turnte alle vier Geräte. Die frisch-gekürte USA-Mehrkampfmeisterin Shawn JOHNSON glänzte z.B. am Boden mit perfekter Akrobatik,
(1) Doppel-Tsukahara... (2)  Überschlag, Salto vw. gestr. mit Doppelschraube - direkt gefolgt mit Salto vorw. gestreckt mit 1 1/2-Drehung, oder die  vom athletischen Typ her an Memmel erinnernde Alicia SACRAMONE am Sprung mit
(1) Überschlag, Saltovw. gestreckt mit 1 1/2-Drehung und
(2) Jurtschenko mit Doppel-Schraube - beide in perfekter Ausführung. Das wird schwierig für die Konkurrenz, da vorbei zu kommen.

Nach Ende der beiden Podiumsdurchgänge zeichnen sich "in etwa" folgende Leistungsgruppen ab:
- das Quartett China, USA, Rumänien und Russland kämpft um die Medaillen;
....dahinter erscheinen die Trios
- Ukraine, Italien, Australien und dann
- Japan, Nordkorea und Großbritannien als Top Ten um das Mannschaftsfinale ringen zu können.
Einen harten Kampf aber wird es erwartungsgemäß um die Plätze bis 12 geben, da sich hier mindestens vier Nationen das Potenzial zu haben scheinen, mit...

- ... Kanada, Frankreich, Brasilien und Deutschland,
... keine leichte Aufgabe für die Gastgeberinnen um Teamchefin Ulla Koch und alles wird sich wohl um das magische Wort "Stabilität" drehen.

* Podiums-Notizen für GYMmedia:
Dieter Hofmann (SUI) & Eckhard Herholz
 


 
 
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