Die Stufenbarrenbesten mit einer glücklichen Marie-Sophie Hindermann (re.)
Trotz eines Sturzes bei ihrem zweiten Sprung gelang es der eher schwachen internationalen Konkurrenz an diesem Gerät nicht, sich gegen die Altmeisterin und Olympiazweite Oksana Chusovitina durchzusetzen.
Am Stufenbarren rollte die letzte der Startliste, Kristina Vaculik, das Feld von hinten auf und ließ das kandische Ahornblatt gleich doppelt aufblitzen, denn mit Anysia Unick wurde eine zweite Kanadierin geehrt, aber auch das deutsche Duo Marie Sophie Hindermann und Maike Roll auf den Folgeplätzen konnte sich sehen lassen.
Am zweiten Tag avancierte die Kanadierin Vaculik durch den Erfolg am Boden - gemeinsam mit Marta Pihan-Kulesza - zur erfolgreichsten Teilnehmerin des Turniers. Die Cottbusser Balkenhoheit errang eine der Jüngsten - die Russin Tatiana Solowjewa. Mit vier Finalteilnahmen auch am zweiten Tag waren die deutschen Mädchen nicht unzufrieden ...
Oksana Chusovitina (GER): Nicht fehlerlos, trotzdem siegreich ...!
* Oksana Chusovitina - erster Weltcupstart wieder nach längerer Verletzung; Achtungserfolg der 34-Jährigen zwar, aber solch eine erfahrene Athletin wird diesen Sieg für sich zu werten wissen: Nach schönem Überschlag, Salto vw. gestreckt mit Schraube im ersten - dann aber Sitzlandung beim Tsukahara, gestreckt mit 1/1-Drehung...;
* Kristina Vaculik (CAN) - trotz gutem zweiten Sprung (Rondat, 1/2-Drehung, Überschlag vw., gebückt - sehr hoch!), ... doch mit dem geringeren Schwierigkeitsniveau beider Sprünge kam sie eben nicht an Oksana vorbei - (Zuschauer verstehen dies aber nicht, dass das Reglement trotz Sturz den Sieg möglich macht!?) * Renata Toth (HUN) - auch hier das Problem der zu geringeng D-Note - die Jugend scheiterte insgesamt noch an der routinierten Olympiazweiten ...
Allerdings gehörte das Gerät vom angebotenem Schwierigkeitsniveau her eher n i c h t zu den Highlights des Tages.
* S T U F E N B A R R E N / Uneven Bars
1. VACULIK, Kristina (CAN) - (5.6) = 14.050
2. UNICK, Anysia (CAN) - (5.5) = 13.775
3. HINDERMANN, Marie Sophie (GER) - (5.6) = 13.750
* Kristina Vaculik (CAN) - schöne Endlagen im Handstand, sichere Landung nach Doppelsalto vorw., gehockt;
* Anysia Unick (CAN) - überraschender, aber nicht unverdienter kanadischer Doppelsieg (- lang ists her: Mitte der 80'er Jahre beeinduckte hier schon einmal eine gewisse Lori Strong!!); * Marie-Sophie Hindermann (GER) - ... na, da ist sie sie ja wieder: schöne Steigerung zum Vorkampf, eleganter Vortrag im Kampf wieder um ihre alte Weltklasseform ... diesmal mit einem gebückten Doppelsalto rw., am Ende. Inzwischen stolze 1,75 groß muss bzw. darf für sie - nach genehmigtem Antrag bei der FIG - das Gerät um 10 cm erhöht werden!
... was noch auffiel? - Maike Roll mit Rang vier und geglücktem Angang ("Schaposchnikowa"), erfrischender Gesamtvortrag einer sehr talentierten deutschen Turnhoffnung, die nächste Woche gerade mal 17 Jahre alt wird...! * Tatjana Solowjewa (RUS) - die Vorkampfbeste zeigte zwar russisches Hightech-Turnen - fasste allerdings beim Abgang (Doppelsalto vw.) auf und vergab so den möglichen Sieg.
Großen Beifall erhielten nicht nur die beiden kanadischen Mädchen, Kristina Vaculik und Anysia Unick für ihren Stufenbarren-Doppelsieg, sondern auch ihre Trainerin Jelena Dawydowa, war sie doch als Olympische Goldmedaillengewinnerin 1980 (Mehrkampf) und Comaneci-Bezwingerin damals in Moskau Vielen noch in bester Erinnerung. Denn auch Maxi Gnauck (Stufenbarrengold damals in Moskau) gehörte zu ihren Konkurrentinnen.
Seit 18 Jahren lebt und arbeitet Jelena Dawydowa nun schon als erfolgreicheTrainerin in Kanada. (* Foto, rechts >)
Cottbus ist auch alljährlich aus Anlass des Turnier ein Treffpunkt der Ehemaligen:
Da sieht man Mitglieder vieler deutscher Auswahlriegen vergangener Jahre, Olympiasieger wie Holger Behrendt, Weltmeister wie Sylvio Kroll, Deutsche Meisterinnen wie Katrin Kewitz oder Katja Abel(- diesmal als TV-Aufnahmeleiterin erstmals im Einsatz), die sich auch abends zum sog. "Oldy-Treff in gemütlicher Traditionsrunde zusammenfinden.
Olympiasiegerin Jelena Dawydowa mit ihren beiden erfolgreichen Mädchen
* Sonntag, 14. 03. 2010 * S C H W E B E B A L K E N / Balance Beam
*Solovyeva (RUS): - Doppelschraube vw. aus dem Anlauf, gleiche Abgangsreihe wie ihre Vorgängerin, choreografisch sehr ansprechend;
*Vaculik (CAN): - schöne erste Bahn mit Rondat 1,5 Schrauben in die Schrittstellung-Rondat Flick-Flack Schraube 2.5-Drehungen;
*Roll (GER): - Auftaktreihe Doppelsalto rw. gebückt, Doppelschraube rw. mit 2/1 LAD, gymnastisch schöne Performance; *Pihan-Kulesza (POL): - alle Rückwärtsakrobatik ohne Flick-Flack, direkt aus dem Rondat Doppelsalto Twist gehockt, Abschlussreihe Überschlag vw. gestreckt mit 2/1 LAD; *Hindermann (GER): - optisch ansprechend, frauliche Ausstrahlung, Akrobatik noch im Aufbau (letzte Bahn Überschlag vw. gestreckt mit 1/1 LAD um den Stand gekämpft); *Volodchenko (UZB): - akrobatisch wie gymnastisch noch ausbaufähig, aber gute Darbietung; *Unick (CAN): - Startreihe Doppelsalto rw. gehockt, selbige Abgangsbahn in gebückter Ausführung;
... zur Weltcup-Premiere der Schweizerin Jessica DIACCI:
Der Einstand ins Nationalkader ist der jungen Schweizerin Jessica Diacci geglückt. Sie holt sich mit der Bronzemedaille am Boden ihre erste Medaille an einem Weltcup. Diacci zeigte in der ersten Bahn einen schönen Doppeltwist und in der Schlussbahn einen Doppelsalto rückwärts gebückt. Nicht ganz so sicher präsentierte sie ihre Balkenübung und musste sich wegen kleinen Pausen und Unsicherheiten Abzüge schreiben lassen. Am Ende wurde sie dort Sechste. «Mit Jessica Diacci bin ich sehr zufrieden! Schade, dass den anderen drei in der Qualifikation kein fehlerfreier Wettkampf gelang», so die Schlussbilanz von Nationaltrainer Zoltan Jordanov.