Olga Lukjanov:

Optimale Vorbereitung in Kienbaum

 

Im Sportzentrum zu Gast waren 
Sonja Schmeißer und Jurino Reetz (Fotos)


Berlin World Cup 2002 
Turnier der Grand Prix Serie 
Olga Lukjanov, die derzeit international erfolgreichste deutsche Gymnastin, wird nach längerer Verletzungspause mit dem Grand Prix Turnier in Berlin wieder ihren ersten großen Wettkampf bestreiten. 
Im Sportzentrum Kienbaum, wo sie sich in der ersten Augustwoche mit ihrer Trainerin Vera Silajewa vom TV Wattenscheid einem Trainingsaufenthalt der Berliner Gymnastinnen anschloss, wurde vor allem an den neuen Übungen gefeilt.



Olga (rechts) und ihre künftigen Trainingsgefährtinnen Tina Giese (Gruppe), Gesine Ratfelder und Netdao Schröter (v.l.) aus Berlin 

Alle Gymnastinnen des Trainingslehrganges und ihre Trainerinnen Barbara Rothenburg (Mitte) und Vera Silajewa (links außen)

 „Sie arbeitet sehr fleißig und probiert jede Übung mit voller Kraft, “ lobt die Trainerin, „aber sie muss auch noch ein wenig vorsichtig sein aufgrund ihrer längeren Verletzung.“ Rückenprobleme hatten Olga zu schaffen gemacht, und so bestritt sie seit April keine Wettkämpfe mehr. „Die drei Grand Prix Turniere habe ich aber alle geturnt, so dass ich jetzt in Berlin gleich wieder anknüpfen kann. Ich freu’ mich schon, an den World Cup im vorigen Jahr habe ich gute Erinnerungen, das war für mich ein guter Wettkampf und insgesamt richtig schön.“ 
Olga, die schon im vorigen Jahr als Neuling im internationalen Geschehen eine gute Grand Prix Serie turnte, ist mit dem Seil auf Rang 9 der Grand Prix Liste 2002 und gehört damit zu den gesetzten Gymnastinnen für das Berliner Turnier. „Ich bin besser geworden“, meint die 15jährige selbstbewusst, „wir haben vor allem an der Technik gearbeitet und zwei ganz neue Übungen zusammengestellt.“


Viel neues wurde im Sportzentrum gebaut 

In Kienbaum lernte sie zugleich ihre neuen Trainingsgefährtinnen näher kennen. Denn mit Netdao Schröder und Gesine Ratfelder (Einzel) sowie Tina Giese (Gruppe) kommen gleich drei Berlinerinnen zum TV Wattenscheid, um sich künftig zentral und noch intensiver ihren sportlichen Zielen zu widmen. So hatten die Gymnastinnen neben dem harten Training in der Woche auch viel Spaß. Die jüngsten – erst 9 Jahre alt – schauten auf Olga und waren stolz, mit ihr trainieren zu können. Nicht schlecht, mit 15 Jahren schon eine Vorbildrolle zu haben, aber auch nicht leicht. "Ich war bei unserem Trainingswettkampf hier richtig bisschen aufgeregt. Außerdem sind die älteren Berliner Mädchen ja sportlich richtig gut, und so haben wir uns gemeinsam weiter voran gebracht." 

Olga, die schon 1999, damals in der Juniorinnen-Gruppe, zu einem Trainingsaufenthalt in Kienbaum war, staunte über die Veränderungen: "Es hat mir schon damals gefallen; aber jetzt ist ja fast alles neu gemacht und noch viel schöner. Wir haben gute Bedingungen zum Trainieren, können schwimmen und in die Sauna gehen und viel draußen sein." Ihre Trainerin, die übrigens ihren einstigen Schützling Julia Barsukowa als Trainerin zum Olympiasieg 2000 führte, war hingegen zum ersten Mal im Sportzentrum. "Es war sehr, sehr gut hier, "zeigte sie sich richtig begeistert. "Hier stimmt einfach alles: Die Bedingungen, die ausgezeichnete Atmosphäre, es ist ein großes Miteinander, und die Berliner Mädchen sind ganz reizend. Ich war zwar das erste Mal hier, aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal!" Damit machte sie auch der Initiatorin des Ganzen, der Berliner Landestrainerin Barbara Rothenburg, ein großes Kompliment. Sie hatte die Idee, Olga und ihre Trainerin zum Trainingscamp einzuladen.  "Das Konzept ist voll aufgegangen", so die Berliner Trainerin, die sich temperamentvoll und engagiert wie immer um alle Gymnastinnen kümmerte.
Olga liest gern - "am liebsten Kriminalgeschichten"

"Es war gut für Olga, die hier gut trainiert hat, ganz locker geworden ist und ihre künftigen Mitstreiterinnen kennen gelernt hat. Es war gut für unsere ganz jungen Gymnastinnen und für den Zusammenhalt untereinander. Und es war gut für uns Trainerinnen, denn es war sportlich ein sehr erfolgreicher Lehrgang - und Spaß hat's auch gemacht." 
Das war selbst für einen außenstehenden Tagesbesucher nicht zu übersehen... 

Von der Jüngsten bis zur WM-Teilnehmerin - 
sie waren eine Woche lang ein gutes - und fröhliches - Team

Nun freut sich Olga Lukjanov auf ihren Wiedereinstieg ins internationale Geschehen in Berlin, auf Annika Rejek und Isabell Piepiorra, die beiden anderen deutschen Starterinnen, "mit denen ich mich gut verstehe." Worauf freut sie sich noch? „Darauf, dass meine Familie wieder zum Zuschauen kommt und auf die anderen Gymnastinnen aus verschiedenen Ländern, dass ich sie alle wiedersehe. Vor allem Alya Yussupova aus Kasachstan, mit der ich dauernd SMS austausche. Dann können wir ja mal wieder richtig miteinander reden...“

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10-08-2002 -schm-