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Wolfgang Bientzle
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"Unter
diesen Bedingungen nicht - ich kann leider keine Exklusivität
bieten!"
Derart frustriert reagierte der mehrfache Rhönradweltmeister und
Regisseur der DTB-Gala der letzten drei Jahre Wolfgang Bientzle
auf die Versuche des Deutschen Turner-Bundes, ihn ganzjährig als
Event-Regisseur zu binden. Bientzle kann und will einfach nicht
auf jedwedes andere Engagement und auf freie Tätigkeiten im
Showbereich verschiedenster Genres in Deutschland verzichten. Dies
aber war ihm als Voraussetzung von DTB-Geschäftsführer
Hans-Peter Wullenweber angeboten worden.
Obwohl dabei das finanzielle Jahres-Angebot, das im hohen
fünfstelligen Bereich liegt, nicht unerheblich ist, war dies
nicht der Grund seines Rücktritts auch als Gymmotion-Regisseur. |
In erster Linie richtet sich seine Kritik auf den
fehlenden professionellen Background, den die DTB-Servicegesellschaft nach Ansicht Bientzles einfach nicht liefert und
erbringt. Zuviel lastet bei einer Gala-Tournee diesen Ausmaßes auf den
mehr oder weniger professionellen Schultern der örtlichen Ausrichter. Nur
in Koblenz, Berlin und Frankfurt vielleicht sei das stimmig gewesen.
Ansonsten fehlt es absolut an der Qualität der Dienstleistung, der
Eventbetreuung und Sponsorenpflege in DTB-Verantwortung.
"Man kann nicht weiterhin mit einem Drittel des Budgets - verglichen
mit dem Gala-Etat vor drei, vier Jahren - jedes Jahr eine höhere
Qualität der Show erwarten, "... denn Qualitätszuwächse sind wohl
zweifelsfrei nachweisbar", so Bientzle.
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Zum
GYMMOTION-Konzept
Der Mangel an Sponsoren ist auch der Tatsache zu schulden, dass es
der DTB nahezu ablehnt, ein fernsehgerechtes Konzept der Gala zu
kreieren. Versuche dieser Art waren bereits Mitte der neunziger
Jahre an der unverständlichen Haltung des Generalsekretärs
Wullenweber gescheitert: In erster Linie mache man diese Gala für
die Ränge und nicht für die Bildschirme. Das sei man seinen
vielen Vereinsmitgliedern als Besuchern schuldig.... (?) Wo ist da
ein Widerspruch? |

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Schon damals
mokierte sich der ehemalige Rechtepartner DSF vehement über
den Schnittaufwand von dreieinhalb Tagen, um im Stück neunzig
sendefähige TV-Minuten herzustellen. Noch immer ist auch der heutige
Bearbeitungsaufwand eines nachträglichen TV-Stylings einfach zu hoch und
beträgt ca. das Zwanzigfache an Zeit der Sendelänge, so TV-Redakteure in
diesem Jahr, die Teile von Turn-Galas bei MDR und Saarländischem Rundfunk
auf den Sender brachten. Und bei ausschließlich regionalem TV-Interesse
lassen sich auch keine potenten Geldgeber von Format finden, die das
vorhandene Konzept wesentlich finanziell unterstützen würden. Dann käme
man auch nicht umhin, eine tatsächliche "Gala der Stars"
zu konzeptionieren - wohl war, schwierig in einem Land, das keine Stars
mehr hat. Dass es ein ähnlicher "starloser" nationaler Verband
es dennoch schafft, war ein Tag nach der Berliner Gymmotion-Aufführung zu
sehen: Die ARD präsentierte im Nachmittags-Sport-Hauptprogramm ihre
"Sterne auf dem Eis", sechzig Minuten live natürlich, mit
Jürgen Ehmig als Moderator für Bildschirm und Eishalle, Kati Witt
präsentierte, und dann lief sie ab, die Gala der Stars, für den
Bildschirm nur unterbrochen mit kurzen 45-Sekunden-Einspielern einer
kleinen, träumenden Eisfee: Olympiasieger, Weltmeister, Europameister -
und obwohl da kaum noch Deutsche dabei waren - die Leute trampelten vor
Vergnügen, wissend auch,
w e r da lief. Denn sie wurden benannt, die Stars, und zeigten
Profil, Leistung und Persönlichkeit mit Wiedererkennungseffekt in einer
Sportart, die wenigstens noch internationale Stars von Showgeltung hat.
Die sind in Turnen und Gymnastik aber kaum oder selten - oder wenigstens
nicht in TV-Kategorien - vorhanden.
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Herr der Ringe:
Olympiasieger Csollany
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Und
dann begeht das Gymmotion-Konzept den wohl schwersten Fehler,
seine Stars im Vorspann zu verstecken:
Eine Stimme nur allein verkündet - bevor es eigentlich losgeht
- Name und Herkunftsland aller Teilnehmer der folgenden
zwei Showstunden...!? Schall und Rauch...!
So bedankt man sich vielleicht beim Gerätekommando und bei
fleißigen Helfern des unverzichtbaren Backstage-Bereichs, aber
nicht bei nationalen und schon gar nicht internationalen Stars! Da
verkommt dann eben der Herr der Ringe mit seiner Super-Powershow,
pardon, zur Komparserie, obwohl er, der Olympiasieger
Csollany, wenige Tage zuvor in seinem Heimatland zum
Weltmeister gekürt wurde!!
Die als Lichteffekte durch die Halle huschenden Namen sind nicht mal
mehr ein Alibi für diese konzeptionellen Versäumnisse.
Natürlich war alles schöööön...!
Die Menschen verließen andächtig die Halle, mit gefalteten Händen
und sagten: Mann, war das schöön... aber so richtig
beschreiben, was und wen sie da eben gesehen hatten, konnten maximal
die Eingefleischten oder Insider. |
Verzweifelte Anfragen von
Journalistenkollegen und Fotografen in der Gala-Pause: Wer war denn das
eben - oder Zuschauerhinweise: Bitte sagt uns doch, was und wen wir sehen
- sollten ernsthaft beachtet werden.
Hier liefert nicht ein Cirque du Soleil ein Gesamtkunstwerk seiner gewollt
anonymen Individuen ab, das ist ein gänzlich anderer Ansatz. Sondern:
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In der Show anonym und selbst vor heimischem Publikum unerkannt...
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Hier
muss es doch in erster Linie um die Präsentation von Sportarten
und Disziplinen gehen,
und um das Profil und den Stellenwert eines SPORT-Verbandes!
Und das ist nicht abzukoppeln von dem Profil, den Leistungen und den
Persönlichkeiten ihrer Akteure.... !
Alles andere ist Traumtänzerei.
Und nichts spricht dabei gegen die kreative Verwendung sämtlicher
Gestaltungsmittel der Showbranche. |

.. hinter den Kulissen mit Profil:
Auswahlturnerin Katja Abel und die Berlinerinnen Heiden und
Kaminski...
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Zurück zu
Regisseur Wolfgang Bientzle, dessen Fähigkeiten in "keinster"
Weise zur Diskussion stehen, dem aber mit der wohl scheinbar nicht anders
möglichen Machart und dem Verbandshintergrund arge Grenzen gesetzt
scheinen.
Hintergrund seiner aktuellen persönlichen Entscheidung, das weitere
DTB-Engagement abzulehnen, ist somit auch die Tatsache, dass Bientzle
andere Intensionen einer eigenen Show-Serie verfolgt, mit deren ersten
Veranstaltung am 26. Dezember 2002 in Mainz als "NIGHT
of the CHAMPS" er bereits großen Erfolg feierte, und die er
sich mit einer ausschließlichen DTB-Bindung nicht versagen will.
Mit weiteren Events, beginnend im Frühjahr in Bremen, will Bientzle diese
Tournee auf dem freien Markt des Showgeschäfts schrittweise etablieren.
Dabei sollen nicht vorrangig Varietè- oder Zirkuselemente, sondern es
soll in erster Linie der Sport und seine
herausragenden Akteure mit ihren Leistungen und ihren
Persönlichkeiten das Konzeptes prägen - Night of "Champs"
eben.
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