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Hannover,
den 04.10.2001

... mehr zu Marius Toba:
Biographie
(Im
WM-Trainingslager Kienbaum bezog sich der DTB-Bundestrainer Rainer Hanschke noch
einmal auf die Entscheidung zuungunsten von Marius Toba:
Siehe bei GYMmedia, 16.Oktober 2001:
DTB-WM-Team: Eine gesunde
Mischung" |
Offener Brief
Marius Toba, Turnklubb Hannover
Kunstturner in Deutschland
WARUM HABE ICH DAS VERDIENT ?
Bemerkungen zu
meiner geliebten Sportart anlässlich der diesjährigen
WM-Qualifikation
Qualifikationsmodi müssen transparent sein und – für
jeden ersichtlich – rechtzeitig und deutlich formuliert werden. Es darf
nicht sein, dass die wahren Vorhaben verschleiert werden.
So hat man mich – Familienvater und bekanntermaßen nicht mehr der Jüngste
– monatelang
in dem Glauben belassen, dass ich eine Chance auf eine
WM-Teilnahme habe, obwohl schon
feststand, dass man mich möglichst nicht mitnehmen würde.
Ich bin zu jeder Zeit einsatzbereit
für den DTB gewesen und zuletzt – ohne Schaden anzurichten
! – bei den Olympischen Spielen kurzfristig eingesprungen. Ich erwarte
auch umgekehrt eine faire und aufrichtige Behandlung durch den DTB.
Auch wenn man noch so geschickt intern und fast geheim Sonderauswertungen
macht, kann man, wenn man mich fair nach meinen Leistungen behandelt,
nicht zu dem Schluss kommen, dass ich für die kommende WM an den Ringen
keine Finalchance habe. Dies zeigt wenig Kenntnis und Feingefühl und ist
für mich eine Beleidigung.
Der DTB ist gut beraten, mit Turnern, die sich für die Nationalmannschaft
intensiv eingesetzt haben, auch gegen Karriere-Ende achtungsvoll, und was
deren Zukunft anbetrifft, helfend umzugehen. Die zur Zeit praktizierte
Gleichgültigkeit führt eher dazu, dass verdiente Turner nach ihrer
aktiven Laufbahn dem Turnsport verloren gehen und nachrückende, jüngere
Turner, die für die Zukunft wichtig sind, lernen, skeptisch ihrem Verband
gegenüberzustehen.
Die Amateursportart Kunstturnen, in der Geld, schon weil es kaum vorhanden
ist, keine große
Rolle spielen kann, muss auf gegenseitigem Vertrauen und
Respekt basieren.
Leider musste ich erfahren, dass Verantwortliche des deutschen
Kunstturnens weit von angemessenen Verhaltensweisen entfernt sind.
Ich liebe nach wie vor das Kunstturnen und möchte auch in
meinem Alter in dieser Sportart noch einiges erreichen. In meiner
Medaillensammlung fehlt eine WM-Medaille, und ich träume auch noch von
Olympia. Ich erwarte, das die Verantwortlichen im DTB mir klar sagen, wie
sie mich in Zukunft zu behandeln gedenken, ob sie mir – auch wenn meine
Leistung stimmt – das internationale Kunstturnen dadurch verbieten
wollen, dass sie mich aus Altersgründen nicht mehr einsetzen, oder ob –
und dann unter welchen Bedingungen – ich eine Chance erhalte, meine
sportlichen Ziele zu verfolgen. Eine solche Stellungnahme erwarte ich
schriftlich, denn mir hat sich wieder einmal gezeigt, dass Worte Schall
und Rauch sind. Sollte man mir – leistungsmäßig gerechtfertigte –
internationale Einsätze verbieten, so werde ich schweren Herzens Wege
suchen, diese wieder möglich zu machen.
Ich bin der deutschen Kunstturnfamilie dankbar dafür, dass sie mich nach
meiner „Flucht“ aus Rumänien wohlwollend aufgenommen und mir
entscheidend geholfen hat, eine neue Heimat zu finden. Ich habe mich immer
bemüht, insbesondere über meine Leistungen, etwas zurückzugeben.
Meine Verbundenheit zum deutschen Kunstturnen wird sicher nicht getrübt
durch die mich betreffende, jüngste Entscheidung
der engeren Kunstturnführung. Ich hoffe aber, dass man mich
unterstützt in meinem Bestreben mitzuhelfen, die sich seit längerer Zeit
häufenden Misstöne im sportlichen und vielleicht auch im personellen
Bereich schnell und sauber zu beseitigen.
Unsere Sportart Kunstturnen steht in Deutschland nicht
besonders gut da, sie liegt vielmehr – zu einem ansehnlichen Teil
selbstverschuldet – ziemlich danieder. Nur wenn alle anständig
miteinander umgehen und mit geballter Kraft die gesetzten Ziele anstreben,
werden wir wieder aufstehen.
Ich persönlich werde wie immer kämpfen, und ich hoffe auf
Unterstützung aus der Turnfamilie für saubere, menschliche und
transparente Verhältnisse.
Mit freundlichen Grüßen
Marius Toba, TK Hannover |
Hannover, den
04.10.2001 |
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