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Vorab ist festzuhalten es waren ein
große Tage für den europäischen Turnnachwuchs!
Wir sahen ein packendes
Duell der beiden Führungsnationen Russland und
Deutschland im europäischen Turnnachwuchses, wobei man unbedingt
noch die Ukraine zuordnen muss!
In einer zweiten Gruppe folgen
die Länder, wie Schweiz, Rumänien, Großbritannien, die man
durch Frankreich, Italien. Ungarn und Griechenland ergänzen sollte.
Positive Bemühungen
sind zu registrieren in Spanien, Portugal, Niederlande, Kroatien,
Polen, Slowenien, Litauen und auf etwas tieferer Niveaustufe muss
man auch die Anstrengungen der Turner in Österreich, Finnland,
Schweden und Island notieren.
Die europäische
Turnentwicklung hat im Niveau der Spitze und Breite
zugenommen! Diese erfreuliche Feststellung lässt sich sowohl auf
die technische als auch die inhaltliche Entwicklung erweitern:
BODEN:
- Die
akrobatische Reihen mit Salto rückwärts 1 ½ Salto vorwärts
gestreckt 1/1 gehockt.
- Salto
rückwärts gestreckt 2 ½
- und
einer folgenden Salto vorwärts Verbindung und dem Tsukahara
gehockt,
sind bei den besten Turner Standard.
- Die
meisten Turner haben fünf akrobatische Linien anzubieten.
- Wegen
der Punktabzüge für wertlose Schritte in den Ecken, gibt es
wieder erste chorografische Ansätze.
- Die
Führungsmannschaften und Einzelturner, grundsätzlich aber
ist noch viel fehlerhaftes in dieser Hinsicht festzuhalten.
Pauschenpferd
- Die
Russen, die Ukrainer und Einzelturner aus Kroatien und Belgien
zeigen technisch beeindruckende Grundlagen. Grundsätzlich
aber ist in technischer Hinsicht und der wettkampfspezifischer
Ausdauer an diesem Gerät noch viel Arbeit erforderlich.
- Die
besten Turner haben als Standardprogramm
- "Magyar – Schiwado"
- "Flop 1 und 2"
- Russenwende in die Flanke oder als Abgang
- Bei den Abgängen dominiert "Stöckli" umgekehrt
in den Handstand (aber oft mit Doppelansatz und damit in einen
Bereich der Nichtanerkennung)
- Die Spreizprogramme sind eher mit unzureichender Technik
ausgeführt und die Technik der Thomasflanke wird
vernachlässigt.
Ringe
- Die
teilweise noch ungenügend entwickelten körperliche
Eigenschaften sind Ursache für die naturgemäß noch
schwachen Kraftleistungen. Dennoch gibt es Beispiele wo
biologisch eher retardiert wirkende Jungen unglaubliche
Kraftleistungen anbieten (- so z.B. Balandin: Asarjan, Hebe in
die Schwalbe und Kippe Schwalbe) Grundsätzlich werden auch
der Kreuzstütz in Lage und Zeit bemerkenswert gut ausgeführt.
Eine Bereicherung ist die Wiedereinstufung der gegrätschten
Stützwerke aus der Stemme beim Rückschwung.
- Gute
Ansätze gibt es im Schwungverhalten vorwärts und rückwärts,
aber beinahe alle Turner haben große Mühe den Schwung aus
oder in im Handstand mit einem ansprechenden Handstand auch zu
stabilisieren.
- Die
Abgangsgestaltung stagniert! Der Doppelsalto vorwärts - hier
immerhin von sieben Turner demonstriert - könnte eine
variable Bereicherung sein und wäre zudem technisch und auch
altersgerecht vertretbar.
Sprung
Am Sprung sind durch die Einführung
des neuen Sprunggerätes natürlich die äußeren Bedingungen für
die Junioren wesentlich günstiger geworden.!
- Standards
sind "Kasamatsu" und erfreulicher Weise der "Jurtschenko".
Beide Sprünge werden auch mit ganzer Drehung bzw. mit 2/1
Drehung angeboten. Zwei Turner zeigten den "Kasamatsu"
mit 1 ½ Drehung.
- Der
Europameister demonstrierte einen technisch vorbildlichen Überschlag
mit 1 ½ Längsdrehung.
- Positiv
ist, dass die Turner und Trainer auf den "Roche"
verzichten, weil die oft damit verbundene Tieflandungen aus Belastbarkeitsgründen
in diesem Alter unvertretbar ist.
Barren
An diesem Gerät gibt es derzeit
die größten Probleme! Die Führungsturner zeigen in technischer
Hinsicht bei den Elementen im Stütz und auch im Hang viel Gutes.
- Die
Felgtechniken einiger Turner aus Russland, Weißrussland
und derUkraine sind dabei vorbildlich.
In der Gruppe der Länder mit
mittleren oder schwächeren Leistungsniveau ist die
Zusammensetzung der Übung nur Stückwerk. Die Zuwendung zu dem
technischen Grundstrukturen ist nur gering erkennbar.
- Schwünge
im Stütz bei vor und Rückschwung (kaum sind vertretbare
Technike bei Diamidov und Stützkere zu erkennen und dies
beginnt bereits in der Ausgangsposition im Handstand)
- Die
Felg- und Riesenfelgtechnik wird vernachlässigt, statt dessen
wird der "Tippelt" als Technik kontraproduktiv in
Serien angeboten.
- Störend
wirkt die spezielle Anforderung Oberarmstütz für die
Junioren. (Die biologisch früh entwickelten Turner haben
dabei vorläufig Vorzüge, auch ohne dass sie
ausreichend Perspektive besitzen!)
Reck
Am Reck sieht’s da schon besser
aus, dennoch haben viele Trainer und deren Turner mit der
Differenzierung der Grundtechnik von Riesenfelge, Abgängen,
"Kovacs' " und "Tkatschow" viel Mühe. Die räumliche
Orientierung für den Schwungeinsatz ist nur bei
Einzelturner der Führungsmannschaften sichtbar. Die Drehungen im
Handstand oder aus stangennahen Elementen dominieren und dies oft
mit unzureichender Technik im Handstand und der Achse zum Gerät.
Für die Zukunft ist dies eher keine gute Entwicklungsrichtung. Überraschend
ist das eher durchschnittliche Angebot an Flugteilen - da gab’s
in der Vergangenheit schon Besseres zu sehen...!
Zusammenfassend:
Jene
Turner, die der physischen und koordinativen
Vorbereitung die erforderliche hohe Aufmerksamkeit schenken und im
Wettkampf zeigen was sie können
- und nicht, was sie gerne möchten,
erreichen auch gute Noten!
Die
Grundphilosophie des Kunstturnens,
„Turnen
ist kompliziert, nicht weil es schwierig sein soll,
sondern weil es schön sein muss!“
- wird wieder stärker in den
Mittelpunkt der Ausbildung gerückt.
Die
Hinwendung zum langfristigen Leistungsaufbau ist eng
mit den veränderten Anforderungen des Code de Pointage verbunden.
Diese damit verbundene
zeitliche Ausdehnung darf aber nicht zum "Alibi für
schlechte Arbeit" der Trainer oder ungenügendes Engagement
der Turnern werden.!
... dies sei am Ende dieser Junioren-Europamesierschhaften des
Jahres 2006 für den weiteren Aufbau der jungen Turner noch
angemerkt.
Dieter Hofmann
GYMmedia-Beobachter in Volos
Trainer NKL Liestal (Schweiz)
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