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22-Mai-2002

Leipzig / Deutsches Turnfest

Aktuelle Situation verkannt

- Rhönrad-Pressemitteilung (2) -

(Franz Obry)

 
Fahrlässige Darstellung des DTB zur Situation im Fachgebiet Rhönradturnen
Zur offiziellen Presseinformation des DTB vom 21.05.2002  hinsichtlich der Problematik des Fachgebietes Rhönradturnen stellt der ehemalige TK-Vorsitzende und amtierende Präsident des Internationalen Rhönradturn-Verbandes, Franz Obry, fest, dass die tatsächlich prekäre Situation der Rhönradturner in der DTB-Zentrale entweder nicht verstanden oder fahrlässig verniedlichend dargestellt wird.

Tatsache ist, dass der Bereich Rhönradturnen seit November letzten Jahres ohne offizielle Fachgebietsführung dasteht und es bis zum heutigen Tage nicht gelungen ist, die Nachfolge der ausgeschiedenen TK-Mitglieder zu klären, auch nicht nach fachgebietsinternen Bemühungen.

Von daher stellt sich schon für die über hundert hier beim Turnfest vertretenen Rhönradvereine und die Verantwortlichen aus den Landesturnverbänden die Frage, wie es nach dem Turnfest in Leipzig weitergeht, denn die Zusage von Franz Obry galt nur bis zum Turnfest und dessen organisatorischer Abwicklung und endet definitiv am Donnerstag.
Im Rhönradlager ist die Problematik bekannt, an der sich die ausgeschiedenen TK-Mitglieder die Zähne ausgebissen haben bis zu ihrer Kapitulation und belastet natürlich die Suche nach willigen Nachfolgern.
Franz Obry macht auch deutlich, dass es nicht darum geht, den DTB zu einer kurzfristigen finanziellen Nachbesserung zu bewegen, sondern dass sich ein sinnvolles Arbeiten auch seiner TK-Kollegen anderer Fachgebiete nur verwirklichen lässt in einer veränderten Finanzstruktur, die eine Verteilung der finanziellen Mittel objektiviert und transparent macht.
Er verweist dabei auf die imponierende Entwicklung seines Fachgebietes in den zwölf Jahren seiner Amtszeit. Dabei erhöhte sich die Zahl der Rhönradvereine in Deutschland von 80 auf 250, der Fachetat fiel aber in der gleichen Zeit von 40.000 DM auf zuletzt 25.000 DM zurück, und das bei steigenden Belastungen:
Strukturelle Veränderungen machen das Rhönrad zu einem attraktiven Wettkampf- und Showgerät, verursachen aber auch Mehrkosten. 
Die Internationalisierung mit Gründung des IRV 1995 bringt finanzielle Verpflichtungen mit sich, denen sich der DTB als Gründungsmitglied nicht entziehen kann. Die allgemeine Preissteigerungsrate geht an einem sich ständig rückläufig entwickelnden Etat ebenfalls nicht spurlos vorbei. Dass sich die Funktionsträger in den Fachgebieten den neuen Kommunikationsmöglichkeiten nicht verschließen können und sich entsprechende Gerätschaften auf eigene Kosten zulegen müssen, wird stillschweigend erwartet.
Als es Anfang der neunziger Jahre um kleine Deckungssummen ging, gründeten die Rhönradturner schon frühzeitig einen Förderverein, der öfter in die Bresche springen musste. Mittlerweile mausert sich dieser Förderverein notgedrungen zum Hauptfinanzier des Fachgebietes, wird zwar bei manchen Anlässen als nachahmenswert anderen finanziell gebeutelten Fachgebieten empfohlen, doch das kann die Lösung nicht sein, dass in zunehmendem Maße Fördervereine ureigene DTB-Aufgaben finanzieren. Da sei es doch erlaubt, die Sinnfrage nach dem Verbleib im DTB zu stellen.

Franz Obry (ehem. TK-Vorsitzender Rhönradturnen)
Leipzig, den 22.05.2002

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Ausfall der Süddeutschen Meisterschaften
(GYMmedia-Meldung, Juni 2002)

DTB-Krisensitzung
(Marburg, Oktober 2002)
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