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26-Jan-2003

Mainz/Deutschland

Flensburg zieht Ausrichtung der WM-Qualifikation zurück

(M. Väthbrückner)

 

Deutsche Rhönradkrise noch nicht beseitigt
Die bereits nach dem Rücktritt des Technischen Komitees Rhönradturnen im DTB (Oktober 2001) offen ausgebrochene Führungskrise des deutschen Rhönradturnens hält weiterhin an. Bislang ist es dem Deutschen Turner-Bund noch nicht gelungen ein neues und funktionsfähiges TK zusammenzustellen. Das "alte" TK hatte sich aus Protest gegen "unzumutbare Finanzierungsgrundlagen" der Sportart aufgelöst.
(Siehe auch GYMmedia-Berichterstattung vom 30. Oktober 2002)

Flensburg zieht Ausrichtung der WM-Qualifikation zurück

Wegen inakzeptabler Forderungen des DTB hat der TSB Flensburg die Ausrichtung des 2. Qualifikationswettkampfes für die Weltmeisterschaften im Rhönradturnen zurück gezogen. Sieben Wochen bleiben nun dem DTB einen neuen „Finanzier“ zu finden, der kurzfristig die Veranstaltung übernimmt, die am 15. März stattfinden soll.

Mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen
scheint sich der DTB dafür jedoch selbst ein unüberwindbares Hindernis gestellt zu haben, denn Grund für den Rückzug des TSB Flensburg sind wieder einmal die desolaten DTB-Finanzen. 

Durch seine Vorgabe, der Ausrichter müsse alle Kosten für Kampfrichter und Wettkampfleitung übernehmen, dreht der DTB das Rad um ein Jahrzehnt zurück. 
Schon lange sind die Bundesveranstaltungen der Rhönradturner so kostenträchtig und deshalb für Ausrichter riskant, dass die alte Fachgebietsführung sich vor Jahren entschlossen hatte, die Kosten für die Wettkampfleitung und die Kampfrichter aus dem wenn auch schmalen Fachetat zu finanzieren. Und selbst unter diesen Bedingungen wurde es in letzter Zeit zunehmend schwieriger Ausrichter zu finden, denn Sponsoren zeigen einer Sportart, für die Medienpräsenz ein Fremdwort ist, die kalte Schulter. Dem im höchsten Norden gelegenen TSB Flensburg würde die Finanzierung des Wettkampfes unter den jetzigen DTB-Bedingungen ein gewaltiges Loch in die Vereinskasse reißen.
Wie kurz soll das Fachgebiet Rhönradturnen noch treten? 
- Ist diese finanzielle Lage noch zumutbar?
- Wie wird das Geld aus dem Fachetat denn angelegt, wenn nicht für anfallende wichtige Veranstaltungen?

Die Deutschen Meisterschaften des vergangenen Jahres belasteten den Fachetat nicht, weil die Kosten der Wettkämpfe über das Deutsche Turnfest abgewickelt wurden.
- Wo ist das dadurch eingesparte Geld des vergangenen Jahres geblieben? 
Jetzt könnte man es für die Finanzierung der WM-Qualifikationen sinnvoll anlegen.

Viele ungeklärte Fragen! Wer gibt die Antworten? 
Aufklärung ist dringend nötig, bevor auch die Verantwortlichen in Gießen als Ausrichter der ersten WM-Qualifikation merken, auf welches finanzielle Abenteuer sie sich eingelassen haben und die Konsequenzen ziehen.
Aber vielleicht ist eine Qualifikation ja nicht nötig?! Die Kosten entfielen, der Etat bleibt erhalten! Fragt sich für wen und für was?

Meldung und Kommentar: Monika Väthbrückner, 26.10.2002

>> ... siehe auch "Monika Väthbrückner sauer auf DTB"

 

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