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Marius:
Ja, das mache ich
schon einige Jahre. Ich sammle eine Zeitlang Dinge, die andere
nicht mehr brauchen, Kleidung, Schuhe, Dinge des täglichen
Bedarfs, die trage ich zusammen. Alles wird dann sortiert und in
Kartons gepackt, das ist dann leichter beim Verteilen. Vorwiegend
sind es Sachen für Kinder. Waehrend in Deutschland die meisten
alles haben, satt und zufrieden sind, freut sich ein kleiner Junge
in Rumänien selbst über einen bunten Schlüsselanhänger, den viele hier gar
nicht mehr beachten.
Das schönste Gefühl ist es, bei der Übergabe in die glücklichen Augen der
rumänischen Kinder zu sehen. |
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gymmedia:
Wie genau organisierst Du die Verteilung?
Marius:
Durch
eine Kontaktperson erfahre
ich, was am nötigsten ist. Seit über drei Jahren habe ich als
Anlaufpunkte einen
Kindergarten, ein Kinderheim, dann meine Schule, in der ich selbst
Schüler war und die Sportschule in Resita, wo ich als Aktiver
begann. Am Tag zuvor kündige ich mich dann dort an, stehe auf dem
Schulhof an einer bestimmten Stelle und verteile dann die Dinge
direkt an die Bedürftigsten - da sind keine anderen Leute
dazwischen. So habe ich die 100%ige Sicherheit, dass alles auch an
die Richtigen ankommt. Und von da kam ich eben zurück und jetzt sitze
ich hier tausende Meilen weg bei Olympia. Das ist schon verrückt... |
28
JAHRE ALS TURNER IM GESCHAEFT
gymmedia:
Marius,
Du wirst im Januar 33 Jahre, Du bist einer der Ältesten des
ganzen Finalfeldes...!
Marius:
Ja, und...? Aber es stimmt schon, ganz so normal ist das nicht. Ich habe hier meinen
früheren
Trainer Ioan Albu getroffen, der jetzt die Frauen
Venezuelas trainiert, dar sagte auch: " Sag bloss, Du
turnst noch - Du bist ganz schön verrückt! Aber lass mal, das
ist Weltspitze der besonderen Art, zwar nie der Superstar und
Goldtyp, aber Weltmeister an Beständigkeit, Zuverlässigkeit.
28 Jahre als Turner im Geschäft - das kann kein anderer in
dieser Sportart aufweisen!" |

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Das
Wichtigste ist, die Nase
nicht zu hoch zu tragen und professionell seine Sportart zu betreiben
und nie aufzugeben:
Das war bei mir vor vor Olympia 1992 auch so: In dem Jahr war ich vierfacher
Deutscher Meister, war EM-Dritter, dann hatte ich 1 Woche vor Barcelona
einen durchgetretenen Fuss. Trotz der Enttäuschung - es musste
weitergehen!
Oder, 1996, nach Atlanta, da wollte ich aufhören. Ich hatte
Schulterprobleme, alles war kaputt, ausser der Bizepssehne, da oben, Der
Arzt sagte: 'Toba, Du bist ein 'Tier' - wie hälts Du das
aus, mit Deinen Schmerzen könnten andere Menschen nicht mal normal auf der
Strasse laufen.'
Ich konnte tatsächlich nicht mal mehr die Hände
mit Magnesia einreiben. Sofort Operation, nach Atlanta. Ich habe 1 Jahr
gebraucht, um wieder in Gang zu kommen. 1997, zur Deutschen Meisterschaft
in Nellingen, war ich schon wieder Dritter im Mehrkampf.
Dann gabe es den Bundestrainerwechsel und etwas Stress mit Rainer
Hanschke.. Unser gemeinsamer Fehler am Anfang war - wir haben nicht miteinander
geredet.
Doch dann sind wir aufeinander zugegangen, haben uns richtig
ausgequatscht und seitdem läuft es.
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