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21st October 2001


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(I) Finale SEIL

Ein  besseres Ambiente hätten sich die 11 Finalistinnen dieser WM nicht wünschen können. 
Schon Stunden vor der Eröffnung waren die ersten Fangruppe in der Messehalle 9, die heute bis auf den letzten Platz ausverkauft ist. Über 4.000 Zuschauer mit Spruchbändern, Fahnen, die sich mit Sprechchören schon vor der Veranstaltung in Stimmung bringen. Eine überfüllte Pressetribüne, auf der schon gestern auch die Stehplätze genutzt wurden. Und kaum, dass die erste Ansage ertönt,
 eine schier unglaubliche Begeisterung in der Arena...
„Vitrichenko“-Chöre und Bänder mit „Serebrianskaja – dont forget you“  - das Publikum vergisst die Superstars nicht; hier hat die Rhythmische Sportgymnastik wirklich eine sehr sympathische Heimstatt. 

Rank

NAME

Nation

TOTAL

1 Alina Kabaeva RUS 27,925
2 Irina Tchachina RUS 27,250
3 Tamara Yerofeeva UKR 26,025
4 Simona Peychewa BUL 25,950
5 Anna Bessonova UKR 25,700
6 Elena Tkachenko BLR 25,00
7 Elizabeth Paysieva BUL 24,575
8 Anna Jukova BLR 24,400

Report: 
Den Wettkampf eröffnet Anna Bessonowa, noch dazu mit spanischer Gitarrenmusik, im roten Kleidchen, das passt zur Stimmung in der Halle. Ein bißchen zurückhaltend noch, aber fehlerfrei absolviert die großgewachsene Anna ihre Übung.
>> Elisabeth Paissieva in ihrem ersten  WM-Finale, ebenso in rot, ebenso von spanischen Gitarrenklängen begleitet, ist doch ein wenig aufgeregt und patzt – aber man kann gar nicht oft genug sagen, dass dieses Mädchen erst 14 Jahre jung ist.


Alina Kabajewa


>> Alina Kabajewa kann völlig befreit in die Finals gehen, sie ist ja schon Weltmeisterin – und so turnt sie auch viel gelöster als im Mehrkampf. Trotzdem unterläuft ihr gegen Ende der Übung ein ziemlich sichtbarer Fehler; sie geht dennoch deutlich in Führung.
>> Ein völlig neuer Name: Inna Jukova ist vor dieser WM internationale noch nicht groß in Erscheinung getreten, hier war sie besser als die wesentlich bekanntere Teamgefährtin Elena Ossiadowskaja. Inna verkörpert beste weißrussische Gymnastikschule mit ausgezeichneter Technik und sauberer Ausführung; wirkt aber noch ein wenig farblos in der Umgebung der Stars.
>>Die bekannteste weißrussische Gymnastin ist derzeit Jelena Tkatschenko, die vor einigen Jahren noch für die Ukraine startete. Sie ist eine der wenigen mit wirklichen Medaillenchancen bei dieser WM, aber ihr Seilvortrag wird dafür heute nicht ausreichen.
>>Die hübsche Simona Peycheva mit feurigem, aber wiederum nicht ganz fehlerfreien Vortrag, schiebt sich auf Rang 2. Ihre Ausstrahlung ist wirklich eine Werbung für ihre Sportart.
>>Den ersten „Regen“ von Kuscheltieren gibt es für Irina Tschaschina, die mit ihrer Mischung aus Sportlichkeit und Eleganz die Zuschauer fasziniert. Sie hätte gewinnen können – wenn sie nicht ganz zum Schluss aus der Drehung gefallen wäre. So bleibt Kabajewa vorn.
>>Als Letzte im Finale Tamara Jerofejewa, sichtlich konzentriert und mit mehreren kleinen Ausführungsfehlern, aber insgesamt einer sehr schönen Übung mit außergewöhnlichen Drehungen. Wie im Mehrkampf schlägt sie Peycheva ganz knapp und wird Dritte.

Final HOOP / Finale REIFEN  


Irina Tschashina

Rank

NAME

Nation

TOTAL

1 Irina Tchachina RUS 27,500
2 Alina Kabaeva RUS 27,450
3 Simona Peychewa BUL 26,175
4 Anna Bessonova UKR 25,900
5 Tamara Yerofeeva UKR 25,700
6

Almudena Cid Tostado

ESP 24,750
7 Elena Tkachenko BLR 24,400
8 Anna Jukova BLR  24,225
       

Report:
>>Jelena Tkatschenko beginnt mit einem klassischen RSG-Albtraum: Der Reifen rollt in Richtung der Fotografen und damit ins wirkliche Aus – mehr als Platz 8 wird da kaum bleiben.
>> Dann muss man um die Traversen in der Halle fürchten – Almudena Cid Tostado steht in ihrem einzigen Finale. Sie turnt eine mitreißende, peppige Übung mit spanischem Temperament, und es ist für Nordeuropäer einfach unvorstellbar, was danach in der Halle losgeht. 

Acht Mädchen sammeln die Kuscheltiere ein, und der Lärmpegel steigt an die Schmerzgrenze....
>> Anna Bessonowa als Lady ganz in weiß, mit kleinen Fehlern und einem spektakulären Schlusselement: Sie fängt den Reifen im Liegen mit dem Fuß, wirft ihn wieder ab – und fängt mit dem Körper.
>> Simona Peycheva mit einer temperamentvollen und gelungenen Übung, die immer wieder auch ob ihrer Choreographie begeistert – sie geht an die Spitze.
>> Gold-Schwarz das Outfit für eine der schönsten Choreographien dieser Weltmeisterschaften: Die Reifenübung von Tamara Jerofejewa ist ein gekonntes Meisterwerk, das die Verbindung von Musik und Bewegung in Vollendung präsentiert.
>> Ein weiterer WM-Höhepunkt: Irina Tschaschina mit ihrer originellen, schwierigen Reifenübung, die sie nahezu fehlerfrei präsentiert: Aber die Kampfrichterinnen halten sich zurück: Alina Kabajaewa kommt ja noch.
>> Der Reifen bleibt ihr Trauma: Eine mitreißende, ausgeturnte Übung von Alina, locker und souverän dargeboten – da springt ihr der Reifen kurz vor Übungsende wieder davon und rollt und rollt – das war’s dann mit der dritten Goldmedaille.
>>Inna Jukova mit sauberem Vortrag, der ihr jedoch nicht über den achten Platz hinaushilft.

>> Fazit: Erstes Gold für Tschaschina, erste WM-Medaille für Peycheva. Dass Kabajewa trotzdem noch Zweite wird, ist schwierig zu erklären, geht aber laut Reglement in Ordnung...

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