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Eine "Grünkohlwanderung" ist ein geselliger norddeutscher Brauch, bei dem Gruppen meist im Winter durch die Natur wandern.
Was im Jahre 2001 als ein reines Vereinstreffen aller aktiven und ehemaligen Kunstturner des TSV Kronshagen begann, hat sich nun, nach 25 Jahren, zum beliebten Kunstturner-Treff Schleswig-Holsteins entwickelt: Letztes Wochenende hatten der ehemalige Nationalturner und Deutscher Meister Dr. Holger Wochnowski und seine Ehefrau Birgit zum traditionellen Grünkohlwandern nach Glashütte bei Norderstedt in das Naturschutzgebiet Wittmoor eingeladen. Bei herrlichem Winterwetter wanderten 25 Teilnehmer, die zum Teil weite Anfahrtswege auf sich genommen hatten, durch die verschneite Moorlandschaft, es gab unterwegs eine bestens vorbereitete Glühwein- und Kaffeepause und anschließend ging es ins Restaurant zur Glashütte zum zünftigen Grünkohlessen mit gemütlichem Beisammensein und einem regen Austausch unter den ehemaligen Kunstturnerinnen und Kunstturnern ...:
Nostalgische Erinnerung an das "Turnen im Norden"
Nicht nur mit dabei, sondern zum zweiten Mal der einladende Gastgeber war Ex-Nationalturner und WM-Teilnehmer (1985) Dr. Holger Wochnowski. Der Norderstedter, der Anfang der achtziger Jahre zum TSV Kiel-Kronshagen wechselte, wurde 1980 Deutscher Jugendmeister am Pauschenpferd, und brillierte damals aber gerade wegen seiner turn-untypischen Größe von 1.83 m mit seiner imponierenden turntechnischen Bewegungseleganz.
(Schon letztes Frühjahr 2015 hatte der promovierte und geschichtsbewusste Medienwisschaftler im Background der Leipziger Turn-Europameisterschaften ein Ehemaligentreffen der einst getrennten deutschen Turn-Familien organisiert.)
Nun lebte auch bei den vielen nostalgischen Grünkohl-Gesprächen letztes Wochenende der einst so aktive und erfolgreiche kunstturnerische deutsche Norden an den Erinnerungen an frühere Akteure des TSV Kiel-Kronshagen wieder auf:

So war auch Klaus Deneke mit auf Grünkohl-Tour, der damals beim TSV Kronshagen als Organisator, rühriger Macher und Teamchef vieler begeisterter Jugendliche nicht nur deren Sportkarrieren, sondern auch deren spätere Lebenswege positiv beeinflusste!
An Rudolf "Rudi" Gauch sei erinnert, Turner der Kriegs- und Nachkriegsjahre, nach dem die "Kieler Rudi-Gauch-Halle" benannt wurde, der Nationalmannschaftsturner und 1952 Deutscher Sprungmeister war, dessen Söhne Lasse und Thore ebenfalls mit Wetzgau einst Deutsche Mannschaftsmeister wurden.
Auch an einen weiteren Nestor des ambitionierten Turnens in Kiel, an Erwin Linke wurde gedacht, der bis in sein 9. Lebensjahrzehnt noch in der Turnhalle oder als hochqualifizierter Kampfrichter agierte und als d a s "nordische Turn-Urgestein" (► verstorben 2013) in Erinnerung bleibt.
Doch leider ist die ambitionierte eines engagierten modernen Kunstturnens im Kieler Raum seit längerem Geschichte:
Erinnert sei z. B. an Lars-Gregor Biewendt, der als Deutscher Reck-Jugendmeister 1999 in Berlin nach dem Jahrtausendwechsel weiter nationale Jugendmeisterschaftsmedaillen und auch JEM-Medaillen gewann.
Ihm folgte z. B. Thore Beissel als erfolgreicher Jugenddturner, der für Wetzgau lange in der Bundesliga turnte oder auch Daniel Weinert, der als damals 7-facher Deutscher Jugendmeister 2010 Deutschland bei den "I. Youth Olympic Games" in Singapur vertrat.
Unvergessen in der Kunstturngeschichte des Kieler TSV Kronshagen ist auch der von 1991 an für fast drei Jahrzehnte unermüdlich arbeitende Ex-Leipziger Trainer Dietmar Popp, der als diplomierter DHfK-Hochschultrainer den international anerkannten hohen Wissensstand des Kunstturnens der ehemaligen DDR einbrachte
* Leider ist von dieser imposanten kunstturnerischen Szenerie in und um Kiel - wie insgesamt im geografischen deutschen Norden kaum - noch etwas übrig geblieben, außer den vielen nostalgischen Erinnerungen der Teilnehmer der 25. Grünkohlwanderung im kalten Winter 2026, die wenigstens noch belegen, dass es in Kiel und um den TSV-Kiel-Kronshagen herum noch eine aktive "GYM-Family" zu geben scheint!
* Nach Informationen von Heino Fischer
- ergänzt durch Eckhard W. Herholz
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